Europäische Geistergeschichten: Der teuflische Garten

Wer das Wort Geistergeschichten hört, denkt meist an Amerika. Kein Wunder. Viele Filme werben mit „Nach einer wahren Begebenheit“. Doch auch Europa hat so manche düstere Legende. Wir begeben uns heute nach Italien in den Botanischen Garten Lucca

Der Botanische Garten von Lucca liegt im Herzen der Altstadt und wurde 1820 auf Wunsch von Maria Luisa, der damaligen Herzogin von Lucca, eingerichtet. Das grüne Schmuckstück erstreckt sich auf zwei Hektar und beherbergt über eintausend exotische Pflanzen aus aller Welt. Darunter eine majestätische Libanonzeder von 22 m Höhe und 6 m Umfang, welche 1822 von Paolo Volpi gepflanzt wurde und als Symbol des Gartens gilt.

Es ist einer dieser Orte, an denen man kein schreckliches Ereignis oder eine Geistererscheinung erwarten würde. Doch die Legende besagt, dass es in jenem Teich, in dessen Mitte eine Sumpfzypresse aus Florida wächst, spuken soll. Es handelt sich dabei um den Geist der jungen Lucida Mansi.

Das Verlangen nach ewiger Jugend 

Lucida Mansi wurde einst für ihre Schönheit begehrt und verehrt. Angeblich soll sie ihren eigenen Gatten ermordet haben, um ein unbeschwertes und verschwenderisches Leben voller rauschender Feste, feinster Kleider und schmuckvoller Juwelen führen zu können. Doch Lucidas Unbeschwertheit ging verloren, als sich erste Anzeichen des Alters in ihrem Gesicht zeigten. 

Diese Tatsache war für sie besonders grausam, da sie es in ihrer Eitelkeit liebte, sich ständig und überall mit Spiegeln zu umgeben. Sie wurde immer hysterischer. Der Gedanke, ihre jugendliche Schönheit zu verlieren, machte sie wahnsinnig. In ihrer Verzweiflung wandte sie sich an den Teufel, der ihr großzügig dreißig weitere Jahre voller unveränderter jugendlicher Schönheit versprach. Nach Ablauf der Frist würde er zu ihr zurückkommen und ihre Seele einfordern. Lucida willigte ein und verbrachte dreißig weitere Jahre mit einem sündigen Leben voller Feiern und Liebschaften.

Nach Ablauf der Frist klopfte der Teufel abermals an ihrer Tür und schleppte sie trotz inständigen Flehen gewaltsam zu einer brennenden Kutsche. Er raste mit ihr in dem brennenden Wagen durch die ganze Stadt, um sie schließlich durch den See des Botanischen Gartens in die Abgründe der Hölle zu reißen. 

Besucher des Gartens berichten immer wieder, das Gesicht von Lucida unter der Oberfläche des Sees gesehen zu haben. Einige haben bei Mondlicht angeblich auch schon den brennende Wagen im Botanischen Garten gesehen. Und andere berichten, sie sahen Lucidas nackten Geist, der in der Nähe der Stadtmauer auftauchte und zum See wandelte.

Ob mit oder ohne Geist, der Garten ist auf jedenfalls ein Besuch wert. 

Das Beitragsbild stammt von der Seite Pixabay und wurde von Mysticsartdesign erstellt.

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