Wie viele willst du töten (Rezension)

Der Thriller Wie viele willst du töten (engl. The Vanishing Seasons) ist der erste Roman der promovierten Psychologin Joanna Schaffhausen. Ob das Erstlingswerk auf dem Büchermarkt mithalten kann?

Alle Jahre wieder

Jedes Jahr bekommt die Polizistin Ellery Hathaway eine anonyme Geburtstagskarte zugeschickt – und dann verschwindet jedes Mal ein Mensch aus ihrem Umfeld. In Woodbury, einem verschlafenen Ort in Massachusetts, will niemand den Zusammenhang sehen. Aber dort weiß auch niemand von den Geburtstagskarten und auch nicht, dass Ellery als junges Mädchen in der Gewalt des Serienkillers Francis Michael Coben war. Nur knapp hat sie damals die Tortur überlebt und jetzt wendet sie sich erneut an den FBI-Agenten, der sie damals retten konnte. Doch Reed Markham hat zurzeit ganz andere Probleme, zumal er eigentlich beurlaubt ist. Dennoch bringt er es nicht übers Herz, ihre Bitte abzulehnen. Aber handelt es sich wirklich um einen Nachahmungstäter oder hat vielleicht Ellery die Geschehnisse nie wirklich vollends  verarbeiten können?

Wenn sich das Kaugummi in die Länge zieht

Optisch kann der Thriller durch einen farbigen Buchschnitt und ein atmosphärisches Cover überzeugen. Doch bereits nach den ersten Seiten schleicht sich bei mir ein ungutes Gefühl ein: Ein Monsterabsatz jagt den nächsten. Und in diesen Absätzen passiert gefühlt rein gar nichts. Um so größer wurde die Hoffnung, als Reed dann endlich Ellery besucht, um ihr bei der Ermittlung zu helfen. Doch auch hier drehen sich die Ermittlungsarbeiten weiter im Kreis und noch immer ist keiner der anderen Polizisten bereit, Ellery wenigstens ein wenig Glauben zu schenken. 

Doch auch ich zweifle an ihrer Glaubwürdigkeit. Die Autorin möchte mir vermitteln, dass Ellery niemandem in ihrer neuen Heimat etwas über ihre Vergangenheit erzählt hat. Dabei sprudelt ihr bezüglich des Falls oder auch Reeds Hintergrund alles Mögliche vor allen möglichen Personen heraus. Daher mag das Bild irgendwie nicht so recht passen, obwohl Ellery keine unsympathische Figur ist, wobei insbesondere ihre Beziehung zu Reed sehr greifbar und nachvollziehbar ist.

Zum Ende des Buches nimmt die Handlung endlich an Fahrt auf, wird dadurch aber leider auch teils etwas konfus. Bedauerlich ist dabei, dass die Geschichte für mich an dieser Stelle keinerlei Überraschung mehr bereithielt. Des Rätsels Lösung war vorhersehbar, denn Wie viele willst du töten hat ein typisches Thriller- bzw. Krimiproblem: Je weniger agierende Charaktere existieren, desto weniger mögliche Täter und Täterinnen gibt es. Außer natürlich ein Autor setzt auf den großen Unbekannten.

Fazit

Obwohl die Story eigentlich schnell erzählt ist, zieht sich die Handlung unendlich in die Länge. Daher fiel es mir persönlich schwer, abends noch motiviert das ein oder andere Kapitel zu lesen. Für einen Thriller hat mir das Buch definitiv zu wenig Spannung geliefert.

Buchtitel: Wie viele willst du töten
Autor: Joanna Schaffhausen
Verlag: dtv Verlag
Buchseiten: 336 Seiten
ISBN: 978-3-423-21920-4

Das Titelbild ist ein Ausschnitt vom Buchcover. Alle Bildrechte liegen beim dtv Verlag.

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