Sieben Pfeifer (Rezension)

Die deutsche Ausgabe von Amber Bensons und Christopher Goldens Sieben Pfeifer erschien bereits 2018 beim Buchheim Verlag – eine dämonische Schauergeschichte, die es wert ist, gelesen zu werden?

Inhalt

Rose Kerrigan verliert ihren Großvater, den sie vor seiner schlimmen Erkrankung immer als liebenswerten Mann kennengelernt hatte. Es schmerzt sie sehr, dass sie sich kurz vor seinem Tod von ihrer kalten und herrischen Großmutter Isobel hat vertreiben lassen und sucht daher Trost bei ihren Freunden. Als sie zum Haus ihrer Eltern fährt, um sich in deren Abwesenheit um den Hund zu kümmern, hört sie das erste Mal ein unheimliches Pfeifen. Mit Entsetzen muss sie noch vom Garten aus mit ansehen, wie große pechschwarze Hunde einen Hirsch niederreißen.

Doch es bleibt nicht bei einem Einzelfall: In den nächsten Tagen sehen nämlich immer mehr Personen diese hünenhaften Hunde. Und mit jenem unnatürlichen Pfeifen bricht letztlich auch das Unheil über Kingsbury herein.

Leseeindruck

Optisch ist das Buch Sieben Pfeifer ein Schmuckstück für das Regal. Mit einem schwarzen Buchschnitt und einem fesselnden Cover gehört es zu den edleren Werken, die man heutzutage noch erwerben kann. Sprachlich kann das Buch mit seinem angenehmen Äußeren mithalten und durch den kompakten Umfang von 168 Seiten ist es entspannt an einem freien Abend durchzulesen.

Sieben Pfeifer Cover ©Buchheim Verlag
Sieben Pfeifer Cover ©Buchheim Verlag

Leider kann der Inhalt seiner optischen und stilistischen Ausgestaltung nicht gerecht werden: Die Charaktere sind eher blass, wird ihnen doch nur wenig Raum geboten, sich in der recht kurzen Erzählspanne auf den wenigen Seiten zu entfalten, um die Sympathie der Leserschaft zu gewinnen. Insbesondere da wir auf den wenigen Seiten nicht nur bei den Protagonisten bleiben, sondern auch die Sicht verschiedener Bewohner Kingsburys einnehmen. Mancher Charakter begleitet uns dabei nur eine halbe Seite lang, um eben sein Erlebnis mit den schaurigen Hunden zu erzählen.

Tatsächlich sehe ich hierin eigentlich sogar die Stärke des Buches und gleichzeitig auch dessen Schwäche. Der Buchklappentext enthält bereits alle Informationen, die es zu dem Mythos der Sieben Pfeifer zu ergründen gilt,  und spoilert auf diese Weise bereits den Grund für das Erscheinen dieser bizarren Wesenheiten. Gerade durch die kurzen Abschnitte hätte durchaus eine mystische Atmosphäre aufgebaut werden können, solange die Lesenden im Dunkeln tappen würden. So bröckelt die ganze Setting aber schon nach wenigen Seiten und es ist schnell klar, worauf das Ende hinausläuft. Somit wird eine eigentlich interessante Idee durch den Klappentext zerstört – ähnlich einem Film mit allzu opulenten Trailer.

Ebenso hätte es dem Werk geholfen, wäre Rose deutlicher charakterisiert worden. Denn insbesondere ihre Entscheidungen zum Ende hin wirken wenig durchdacht und scheinen einzig darauf hinauslaufen, das hier gewählte Finale zu erzwingen. Tatsächlich konnte mich nur Isobel trotz ihrer unangenehmen Wesenszüge überzeugen, da  ich ihre Handlungen – ob falsch oder richtig – wirklich nachzuvollziehen konnte.

Fazit

Das wunderschön designte Buch Sieben Pfeifer verfolgt eine durchaus interessante Idee, stolpert aber schließlich bei der Umsetzung seiner innewohnenden Erzählung. Für einen ruhigen Abend am Kamin mag es reichen, aber die erhoffte, schaurige Stimmung bleibt leider aus.

Buchtitel: Sieben Pfeifer
Autor: Christopher Golden & Amber Benson
Verlag: Buchheim Verlag
Buchseiten: 168 Seiten
ISBN: 978-3-946330-05-9


© Das Titelbild sowie alle anderen Bilder in diesem Artikel gehören zum Buch und somit dem Buchheim Verlag.

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