Home – Haus der bösen Schatten (Rezension)

Jedes Haus hat seine Geschichte … in seinem neuen Thriller erzählt Riley Sager die Geschichte einer Familientragödie, die sich in den Mauern von Baneberry Hall auf zwei Ebenen ereignet: die Wahrheit und die Geschichte, die jeder kennt. Ausgezeichnet als New York Times Bestseller und von der Newsweek betitelt als König des Thrillers kann, das beim dtv-Verlag erschiene Buch einem vor Spannung doch nur noch den Schlaf rauben, oder?

Geistergeschichten und Morde: Die Handlung von Haus der bösen Schatten

Auf der ersten zeitlichen Ebene hat Maggie Holt, selbstständige Innenarchitektin, gerade ihren Vater verloren und wird mit der Tatsache konfrontiert, dass sie nun Eigentümerin von Baneberry Hall ist. Ein altes Herrenhaus, welches ihre Familie während ihrer Kindheit einige Wochen bewohnt hat. Maggie hasst dieses Haus, denn es war der Grund, warum sie alle immer für merkwürdig hielten und auch der Auslöser für die Trennung ihrer Eltern. Ihr Vater schrieb kurz nach ihrem Auszug ein Buch über Baneberry Hall und dessen Geister, die sie aus dem Haus vertrieben. Laut seiner Aussage eine wahre Begebenheit, die auch seine Frau immer beteuert hat. Doch Maggie ist sich sicher, dass ihr Vater sich alles nur ausgedacht hat, denn sie erinnert sich an keines der Ereignisse aus dem Buch und auch kommt ihr das ängstliche fünfjährige Mädchen, welches sie einst gewesen sein soll, mehr als fremd vor. Da ihre Eltern ihr nie erzählen wollten, was wirklich in der Nacht ihres überstürzten Aufbruchs passierte, beschließt Maggie Baneberry Hall für einige Wochen aufzusuchen, es zu renovieren und für einen guten Preis wieder zu verkaufen und dabei vielleicht endlich dem Familiengeheimnis auf die Spur zu kommen. Doch es dauert nicht lange, bis Maggie auf dem großen Anwesen mit merkwürdigen Ereignissen konfrontiert wird, Ereignissen, die denen in dem Buch ihres Vaters gleichen. 

Die zweite Zeitebene stellen die vergangenen Ereignisse so dar, wie sie Ewan Holt in seinem Roman Haus der Schrecken – Eine wahre Begebenheit festgehalten hat. Manchmal greifen diese Passagen Ereignisse vor, die Maggie auf der ersten zeitlichen Ebene im nächsten Kapitel ähnlich erlebt oder erkennt, dass diese mit fiktiven Nuancen gespickt sind. Dabei gibt sich die zweite Ebene ganz der Geistergeschichte hin und offenbart auch die Ereignisse, die sich davor in Baneberry Hall ereignet haben: Selbstmorde, Morde und Unfälle, die alle den Geisterkosmos bereichern.

Thriller oder Geistergeschichte?

Home – Haus der bösen Schatten ist das vierte Werk von Riley Sager, welches seinen Weg auf den deutschen Buchmarkt gefunden hat. Wie bereits seine vorherigen Werke, zeichnet sich seine Erzählung durch eine gewisse Ruhe aus, die nicht unnötig durch die Handlung hetzt, um den Lesenden bei der Stange zu halten. Stattdessen fokussiert sich der Autor auf die Charaktere und die kleinen Gänsehautmomente. Selbst auf der Ebene der klassischen Geistergeschichte übertreibt er nie, sondern nimmt kleine Nuancen, wie ein anspringender Plattenspieler oder ein plötzlich offen stehender Schrank, um dem Haus einen leichten übernatürlichen Touch zu verleihen. Erst zum Ende hin steigert sich auf beiden Ebenen das Tempo bis zu einem Höhepunkt, der die Wahrheit ohne Skrupel offenbart.

Sprachlich bewegt sich das Buch auf einem angemessenen Niveau und fiel mir nur bei zwei Passagen negativ auf, einmal gab es eine Namensverwechslung und ein anderes Mal hat der Übersetzer nicht daran gedacht, die Buchstabenanzahl dem deutschen Wort anzupassen. Beides mildert den Lesespaß nicht notgedrungen, jedoch gibt es etwas, was den Lesenden eventuell deutlich stärker abschrecken kann: Durch die zwei Ebenen und der sehr ausführlichen Hintergrundgeschichte von Baneberry Hall gibt es viele Charaktere, die ebenfalls ihre jeweils eigene Geschichte mit sich bringen. Da kann es schon passieren, dass man den Faden verliert, wenn das Buch doch mal länger zur Seite gelegt wird. 

Fazit

Wer die vorangegangenen Bücher von Riley Sager mag, wird auch mit Home – Haus der bösen Schatten nicht viel verkehrt machen. Wer zudem auch noch klassischen Geisterhausgeschichten nicht abgeneigt ist, wird mit dem Buch seinen Spaß haben. Wie schwer die Lösung des Geheimnisses ist, muss jeder mit sich selbst ausmachen. Die Puzzleteile bekommt der Lesende zumindest alle zur Verfügung gestellt. 

Buchtitel: Home – Haus der bösen Schatten
Autor: Riley Sager
Verlag: dtv Verlag
Buchseiten: 432 Seiten
ISBN: 978-3-423-21988-4

Das Titelbild ist ein Ausschnitt vom Buchcover. Alle Bildrechte liegen beim dtv Verlag.

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