Dagon — Film (Rezension)

Der spanische Film Dagon von Stuart Gordon versucht H. P. Lovecrafts Kurzgeschichte visuell einzufangen. Ob das gelingt?

H. P. Lovecrafts Einfluss auf Literatur- und Kunstschaffende im Allgemeinen ist bemerkenswert. Doch gerade das Medium Film brachte in der Vergangenheit eher mäßige bis schlechte Endprodukte hervor, wenn es um Lovecraft ging.

Insbesondere wenn es um Verfilmungen von Lovecrafts eigenen Werken geht, scheinen diese allzu häufig an ihren Vorlagen zu scheitern. Dagon (2001) ist einer dieser besagten Verfilmungen, die das Potential zum scheitern haben. Der Titel lässt hier zwar die gleichnamige Kurzgeschichte erwarten, tatsächlich handelt es sich jedoch um eine moderne spanische Version von Schatten über Innsmouth.

Handlung

Paul Marsh (Ezra Godden) und seine Freundin Barbara (Raquel Meroño) bereisen mit ihren Freunden Howard und Vicki während eines Segelurlaubs die Küste Spaniens. Gerade als sie sich in der Nähe des spanischen Fischerdorfs Imboca befinden, werden sie von einem Sturm überrascht. Vicki klemmt sich ihr Bein ein, als das Schiff an einem Felsen kentert. Während das Wasser langsam steigt, machen sich Paul und seine Freundin auf den Weg nach Imboca, um Hilfe zu holen.

Zwei skurrile Fischer begleiten Paul zurück auf das Schiff, um seine Freunde zu retten, doch diese sind spurlos verschwunden. Zurück in Imboca ist auch seine Freundin nicht mehr auffindbar, doch ihm wird versichert, dass sie in die nächste Stadt gefahren wäre, und er einfach auf sie warten soll.

Paul sieht sich vorerst genötigt in einem schäbigen Gasthaus Quartier zu beziehen, ohne zu wissen, dass das dreckige Badezimmer sein geringstes Problem in dieser Nacht werden wird.

„No one leave Imboca. People come, but no one leave.“

Dagon hat aufgrund seines geringen Budgets leider das Potential, zu den vielen enttäuschenden Lovecraft-Verfilmungen zu gehören, aber trotz seiner trashigen Aufmachung gehört er tatsächlich nicht dazu. Mit einem eher tollpatschigen, beinahe dummen Protagonisten und überraschend viel Haut ist Dagon seiner Vorlage nicht treu geblieben. Das stört jedoch nicht, denn dadurch bietet sich dem Film die Möglichkeit, sich nicht im Fallstrick des Unzeigbaren zu verfangen. Mit viel Liebe und Humor bietet Dagon Lesern und Nicht-Lesern von Lovecraft insbesondere eines: Atmosphäre.

Imboca mit seinen verschlungenen Straßenzügen ist der perfekte Schauplatz für den Film und die stürmische See bietet bereits – trotz des geringen Budgets – einige anschauliche Bilder. Und obwohl die CGI-Effekte wirklich schlecht gealtert sind, können die Maskenbildner und Kostümdesigner nur gelobt werden. Leider traut sich manch Kamera in einigen Szenen doch zu dicht an das Geschehen heran und verspielt damit die Chance, den Rest der Vorstellungskraft den Zuschauern zu überlassen. Dafür bietet der Film einige gut umgesetzte blutige Szenen, die einigen Horrorherzen durchaus zusagen können.

Fazit

Die perfekte Lovecraft-Verfilmung? Nein! Aber  dafür ist Dagon ein unterhaltsames Werk, welches eine trashige Mischung aus Humor und schaurigen Ekel bietet.

Filmtitel: Dagon
Originaltitel: Dagón, la secta del mar
Regisseure: Stuart Gordon
Erscheinungsjahr: 2001
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
Spieldauer: 94 Minuten


Das Beitragsbild ist ein Ausschnitt vom deutschen DVD-Cover.

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