Europäische Geistergeschichten: Die verdurstete Frau

Wer das Wort Geistergeschichten hört, denkt meist an Amerika. Kein Wunder. Viele Filme werben mit “Nach einer wahren Begebenheit”. Doch auch Europa hat so manche düstere Legende. Unsere heutige Legende führt uns auf  Burg Lahneck.

Die Burg Lahneck befindet sich in der Stadt Lahnstein am Rhein. Sie wurde 1226 vom Mainzer Erzbischof und Kurfürst Siegfried III. von Eppstein erbaut und weist eine gleichermaßen lange wie faszinierende Geschichte auf. Unser Geist ist jedoch nicht ganz so alt wie die Burg.

Im Jahr 1851 besichtigte Idilia Dubb aus Edinburgh die Wehranlage, um sich für ihre Malereien inspirieren zu lassen. Der Legende nach kehrte sie jedoch nie wieder zurück. Erst Jahre später sollte ihre Leiche zusammen mit ihrem Tagebuch gefunden werden.

Der Bergfried der Burg Lahneck musste aufgrund massiver Beschädigungen im Innen- und Außenbereich restauriert werden. Dazu gehörte auch die bereits arg in Mitleidenschaft gezogene Treppe, die der 17-jährigen Künstlerin letztlich zum Verhängnis wurde: Während sie den Turm besichtigte, stürzte der Aufgang ein und beraubte Idilia ihres Fluchtweges. Trotz der intensiven Suche der Polizei und ihrer Familie konnte die Vermisste nicht gefunden werden und so harrte sie vier Tage in dem Turm aus, bevor sie verdursten musste. Ihre letzten Tage und Stunden hielt sie auf den Seiten ihres Tagebuchs fest.

Als ihre Leiche bei der Restaurierung gefunden wurde, waren nur noch Knochen von der jungen Frau übrig und obwohl ihre sterblichen Überreste schlussendlich geborgen wurden, soll ihr Geist noch immer in der Burg umherwandern.

Tatsächlich hegen Wissenschaftler nicht nur Zweifel an der Existenz des Geistes, sondern auch am Wahrheitsgehalt der Geschichte. Es wird vielmehr vermutet, dass es sich hierbei um eine literarische Ausschmückung handelt.

Das Beitragsbild stammt von der Seite Pixabay.

 

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