Europäische Geistergeschichten: Lady Lovibond

Wer das Wort Geistergeschichten hört, denkt meist an Amerika. Kein Wunder. Viele Filme werben mit “Nach einer wahren Begebenheit”. Doch auch Europa hat so manche düstere Legende. Heute begeben wir uns auf das Schiff Lady Lovibond.

Laut einer Legende sank die Lady Lovibond an einem Freitag, den 13., im Jahre 1748 an der britischen Küste von Goodwin Sands. Simon Peel, der Kapitän der Lady Lovibond, hatte sich mit einer wunderschönen Frau verlobt. Um die Hochzeit zu feiern, lud der Kapitän fünfzig Gäste auf sein Schiff. Der Kapitän wusste jedoch nicht, dass der Steuermann Rivers seine Verlobte insgeheim ebenfalls begehrte. Während nun die Gäste auf der privaten Kreuzfahrt unter Deck ausgelassen feierten, steuerte Rivers das Schiff zielstrebig auf die gefährlichen Klippen der Goodwin Küste zu. Wenn er schon jene Geliebte nicht bekommen sollte, sollte sie auch kein Anderer bekommen. Die Lady Lovibond zerschmetterte an der Küste und wurde vom Meer verschlungen. Niemand überlebte das Unglück.

Alle fünfzig Jahre

Ein tragisches Ereignis mit ungeahnten Folgen: Am 13. Februar des Jahres 1798 wurde die Endenbridge beinahe von einem Dreimaster gerammt. Der Dreimaster segelte kurzerhand völlig unbeeindruckt weiter. James Westkake, der Kapitän der Endenbridge, behauptet, dass es sich zum Unglückszeitpunkt so angehört hätte, als ob auf dem anderen Schiff ausgiebig gefeiert wurde. Diese Aussage wurde von einigen Fischern in der Nähe bestätigt. Um welches Schiff es sich dabei handelte, konnte jedoch nicht festgestellt werden. 

Genau fünfzig Jahre später, also 1848, beobachteten einige Fischer, wie abermals ein Dreimaster an den Goodwins zerschellte. Obwohl die Fischer schnellstmöglich zur Hilfe eilten, fanden sie weder Treibgut noch irgendeine andere Spur jenes Schiffes. 1898 wiederholte sich dieses Spiel ein drittes Mal. 

Weitere fünfzig Jahre später zeigte sich das Schiff jedoch nicht. Oder es war einfach niemand zur rechten Zeit zugegen, um ein solches Schauspiel zu beobachten. Und die Legende, dass das Phantomschiff sich alle fünfzige Jahre insbesondere bei dichtem Nebel zeigt, hält sich noch heute wacker. Schilder, extra angelegte Wanderwege und auch Schiffstouren, die die ursprüngliche Route des vermeintlichen Geisterschiffes nachempfinden, zeugen davon, dass diese Legende an der Küste von Goodwin Sands einen hohen Stellenwert hat.

Einen Beweis, dass es dieses Schiff jemals gegeben hat, gibt es jedoch nicht. 

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