Europäische Geistergeschichten: Untote auf Sylt

Wer Legenden nach Wiedergängern sucht, ist auf Sylt und Amrum genau richtig. Hier gibt es viele Geschichten über Tote, die Gräber verlassen und ihre Nachfahren aufsuchen. 

Im nordfriesischen Volksglauben gibt es die sogenannten Gonger. Diese kann man als eine Art Poltergeist ansehen, obwohl sie nicht immer mit bösartigen Absichten zu den Lebenden zurückkehren. So gibt es eine Geschichte, in der eine Frau während ihrer Entbindung stirbt und des Nachts den Prediger so lange aufgesucht hat, bis er ihr Schere, Nadel und Zwirn ins Grab legte. Eine Tradition, die lange Zeit auf Sylt üblich war.

Die Frau gehört zu den eher ungewöhnlichen Wiedergängern. Denn eigentlich kehren die nordfriesischen Toten nur als Gonger wieder, wenn sie entweder als Unschuldiger getötet wurden oder wenn sie zu ihren Lebzeiten viel Schlechtes getan haben. Betreten die Untoten das Land, gibt es Omen, die ihre Anwesenheit bezeugen sollen. So verwüsten sie beispielsweise das Land. Jene Menschen, die mit den Gonger in Berührungen kommen, begehen nicht selten Selbstmord oder erleiden Verbrennungen.

Eine weitere Art der Gonger sind die, die auf hoher See ums Leben gekommen sind. Diese Art des Wiedergängers ist eher friedlicher Natur und kehrt zu seiner Familie so lange zurück, bis diese dessen Tod auf dem Meer angenommen haben. Manchmal legen sie sich zu einem Lebenden ins Bett und hinterlassen Wasserflecken, aber ansonsten bringen sie nicht viel Unheil mit sich. Die bekannteste Geschichte handelt von einem Seemann und seinen zwei Söhnen. Während einer Fahrt nach Holland verunglücken alle drei noch am ersten Tag der Reise. Die Schwester des Vaters legte jeden Abend ein Brusttuch vor ihr Bett. Als sie am Morgen erwacht, entdeckt sie drei Blutstropfen auf dem Tuch und weiß, dass die Drei nicht zurückkehren werden. 

Obwohl die Gonger eher als friedliche Geistererscheinungen angesehen werden können, gibt es tatsächlich einen Horrorfilm namens Gonger — Das Böse vergisst nie mit Fortsetzung zu den Wesenheiten. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.