Europäische Geistergeschichten: Villa Oppenheim

Wer das Wort Geistergeschichten hört, denkt meist an Amerika. Kein Wunder. Viele Filme werben mit „Nach einer wahren Begebenheit“. Doch auch Europa hat so manche düstere Legende. Wir begeben uns nach Köln in die „Villa Oppenheim“ bei Fühlingen.

Im Jahre 1884 ersteht Eduard Freiherr von Oppenheim einige Hektar Land in der Fühlinger Heide. Dort lässt er das Gutshaus Fühlingen zusammen mit einer Pferderennbahn und einem Gestüt errichten. Bereits 1907 gedenkt er aber, das Gelände wieder zu verkaufen, da sich es wohl nur bedingt für Pferde eignet. 

1943 dient das schon etwas in die Jahre gekommene Anwesen als Schlaflager für einige Zwangsarbeiter. Einem von ihnen, und zwar dem 19-jährigen Polen Edward M., wird nachgesagt, eine heimliche Liebschaft zur minderjährigen Tochter des damaligen Gutsbesitzers zu unterhalten. Jener Gutsbesitzer ist darüber so erzürnt, dass er den Burschen kurzerhand von der Gestapo verhaften lässt. Wenig später wird der 19-Jährige erhängt, obwohl das Mädchen zuvor versicherte, dass Edward sich ihr nie auch nur genähert hätte. Dennoch hält sich das Gerücht wacker, dass sich seither der Geist des Unglücklichen auf dem Anwesen blicken lässt, immer auf der Suche nach seiner vermeintlichen Geliebten.

1962 lebt der ehemalige NS-Richter Gerhard van K.  mit seiner Familie in selbigem Haus. In der Silvesternacht 1962 erhängt er sich in seinen eigenen vier Wänden. Seine Witwe bleibt auch weiterhin in dem Gebäude wohnen, obgleich die Stadt Köln 1967 die Reithalle und seitliche Teile des Hofes abreißen lässt, sodass alle anderen Bewohner das Anwesen verlassen. Lediglich die Witwe Alice van K. bewohnt angeblich bis 2000 das verbliebene Hauptgebäude. 

Danach wird das Anwesen zu einem beliebten Ort für Fotografen, Geisterjäger und Neugierige. Alle Besucher berichten stets von einem beklemmenden Gefühl, das sich ihrer in dem Haus bemächtigt habe, zumal der Geruch von Verwesung  in der Luft hängen soll. 

Zumindest letzteres bewahrheitet sich schließlich am 8. April 2007: Jugendliche finden bei ihrer Tour eine Leiche in dem verlassenen Gebäude. Die hinzugezogene Polizei vermutet Selbstmord. Der Mann habe sich erhängt, wie einst der ehemalige NS-Richter. 

Gerüchte von weiteren Erhängten in dem Gebäude verbreiten sich daraufhin recht schnell. 

Zehn Jahre später erscheint auf dem Gelände wie von Geisterhand ein mysteriöser Grabstein, der angeblich vorher nicht da war. 

Doch trotz dieser recht bizarren Umstände wird noch immer vehement versucht, bei der Stadt Köln ein Bauantrag genehmigt zu bekommen, um das denkmalgeschützte Gebäude endlich zu sanieren und zu einem Luxusapartment auszubauen. Bis jetzt ohne nennenswerten Erfolg.

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