Scarecrow Rising – Auf ewig dein (Rezension)

Einer der besten Vogelscheuchenfilme, die es gibt. Das meint zumindest die Verpackung. Ob Scarecrow Rising – Auf ewig dein dieses Versprechen halten kann?

Es gibt (leider) nicht allzu viele Vogelscheuchenfilme. Daher wirft sich der Streifen mit seiner Werbung nicht in eine unüberwindbare Herausforderung. Auch muss sein eher marginal ausgeprägtes Budget noch nichts Negatives bedeuten. Immerhin können insbesondere kleine Projekte mit neuen Ideen und Liebe zum Detail auf ihre ganz eigene Art überzeugen. 

Der Film stammt von Louisa Warren, die bereits bei Curse of Scarecrow mitgewirkt hat und wohl versucht, eine neue Ikone innerhalb des Horrorgenres zu etablieren. Wobei es wohl bei dem Versuch bleiben wird. Doch beginnen wir am Anfang:

Eine Vogelscheuche auf Brautschau

Die erfolglose Radiomoderatorin May (Claire-Maria Fox) erfährt, dass sie ein altes Farmhaus in Wales von einer Familie geerbt hat, deren Existenz ihr bisher völlig unbekannt war. Als sie dort ankommt, lernt sie schnell jenen Schrecken kennen, der die ländliche Region regelmäßig heimsucht: Alle 20 Jahre verschwinden Leute spurlos. May will der Sache nachgehen. Dabei stößt sie letztlich auf die mysteriöse Vogelscheuche, die dieses Mal auf Brautschau ihr Unwesen treibt.

Umsetzung von Scarecrow Rising

Die ersten paar Minuten des Films bestehen aus weißen Text auf schwarzem Grund. Dies ist durchaus gestattet, immerhin werden solche Elemente auch genutzt, um die Echtheit eines Ereignisses zu simulieren. Leider zieht es sich in diesem Fall stark in die Länge. Das mildert schon zu Beginn die Lust am restlichen Film.

Der Prolog zeigt drei Frauen (Großmutter, Mutter und Tochter), die als Wächterinnen fungieren, um dafür zu sorgen, dass die Vogelscheuche keinem Menschen schadet. Das jüngste Mitglied der Familie wird in dieser Nacht in das Familiengeheimnis (welches sich später in allen möglichen Zeitungen findet) eingeweiht. Und keine Ahnung, ob das Mädchen nicht gerade als die größte Leuchte am Weihnachtsbaum dargestellt ist oder ob hier einfach nur der “Plot” schamlos vorangetrieben werden soll: Als das Mädchen aus dem Fenster schaut und die Vogelscheuche sieht, läuft sie freiwillig zur Schlachtbank und reist ihre Familie gleich mit in den Tod. Das hat sie gut gemacht.

Schauspielerisches Geschick lässt leider von Anfang an auf sich warten: Während ängstliche Stimmungslagen noch halbwegs glaubhaft umgesetzt sind, wirken die Dialoge arg gekünstelt und wenig überzeugend. Vielleicht lag es daran, dass die Schauspielerinnen sich während des Drehs selbst gefragt haben, was sie da eigentlich gerade von sich geben. Als endlich die Story rund um May einsetzt, rutschen die Schauspieler dann aber leider noch eine Stufe tiefer. Zwar kann Manny Jai Montana als Darren durch seine Mimik noch ein Stück der Ehre der Filmcrew retten, aber allen anderen sieht man die mangelnde Erfahrung leider stark an. Insbesondere Claudine-Helene Aumord als Christine war ein wirklicher Graus. Ihr Gesicht sah zum Großteil gänzlich unbeweglich aus und als sie Emotionen zeigen sollte, konnte man förmlich in ihren Augen sehen: “Ich muss jetzt konzentriert wirken.”

Wenigstens punktet die Vogelscheuche, auch wenn man über den extrem sauberen Blaumann wirklich streiten kann. Ansonsten sind die Bluteffekte etwas zu grell, aber vergleichsweise passabel.

Und auch die Idee der Story ist eigentlich nicht schlecht, aber es mangelt auch hier an der richtigen Umsetzung. Viel zu oft agieren Figuren wenig konsequent, damit es irgendwie der Handlung zu Gute kommt. So verschwindet beispielsweise Darrens Freundin offensichtlich draußen und er geht erst einmal im Haus suchen, nur damit sich das nächste Opfer allein in der Scheune umsieht. Oder mit anderen Worten: Weil Plot!

Eigentlich ist die Idee fürs Finale ebenfalls gar nicht so schlecht. Aber auch hier geben sich die Figuren viel zu schnell mit dem Unausweichlichen zufrieden und machen sich nicht einmal die Mühe, eine alternative Lösung zu finden, weil Plot!

Fazit

Gute Idee, schlechte Schauspieler, schlechte Dialoge, schlechte Umsetzung der Story. Und auch wenn ich es noch nicht erwähnt habe: Auch die deutsche Synchronisation ist ein Graus. Da kann ich nur sagen: Trotz mangelnder Konkurrenz hat dieser Film nicht mal im Ansatz die Chance, als guter Vogelscheuchenfilm bezeichnet zu werden. Nicht kaufen, außer ihr sammelt gerade solche Filmchen zur Belustigung.

Filmtitel: Scarecrow Rising – Auf ewig dein
Regisseure: Louisa Warren
Erscheinungsjahr: 2019
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
Spieldauer: 89 Minuten

Das Beitragsbild stammt aus dem Film.
Die Bildrechte besitzt Lighthouse Home Entertainment.

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