Horrorfilme 2019: Tops und Flops

Das Jahr 2019 ist schon lange vorbei, doch mit Black Christmas hat nun auch der letzte Horrorfilm aus dem Jahr seine DVD-Veröffentlichung hinter sich. Höchste Zeit also, einen Blick auf die Filme des letzten Jahres zu werfen. Welche Filme waren gut, welche eher enttäuschend. (Achtung! Subjektive Meinungen sind in diesem Fall natürlich nicht vermeidbar.)

Da wir unmöglich alle Kinofilme durchgehen können und auch ein Ranking nicht wirklich angebracht war, haben wir uns entschieden, drei Filme, die uns überzeugt haben und drei Filme, die uns enttäuscht haben zu präsentieren. Außerdem werden wir uns in einem anderen Artikel nochmal genauer mit den Remakes aus dem Jahr 2019 beschäftigen. Wir sind gespannt, was eure Topfilme waren und welche für euch ein richtiger Flop.

The Prodigy 

Darum geht’s: Sarah (Taylor Schilling) ist nach der Geburt ihres Sohnes Miles (Jackson Robert Scott) zufrieden mit ihrem Mutterglück. Doch je älter Miles wird, desto häufiger gibt es Anzeichen dafür, dass ihr Junge ein kleines Genie ist. Dies könnte Anlass zur Freude sein, doch Sarah jagt ihr eigenes Wunderkind zunehmend Angst ein. Langsam wächst in ihr die Vermutung, dass es durch eine übernatürliche Macht beeinflusst wird.

Darum floppte der Film bei uns: Horrorfilme mit Kindern kommen nie aus der Mode. Immerhin sind einige Dinge, wenn sie Kinder tun, doch um einiges verstörender. Auch The Prodigy nutzt die eine oder andere Szene und versucht mit seinem jungen Protagonisten zu schockieren. Leider fehlt es dem Film an einer Seele. Anstatt Charaktere und Atmosphäre zu erzeugen, erklärt der Film und er erklärt und erklärt, bis er die eigentlich interessante Idee gänzlich erstickt. 

Der Leuchtturm 

Darum geht’s: In Robert Eggers Der Leuchtturm spielen Willem Dafoe und Robert Pattinson zwei ungleiche Leuchtturmwärter, die in den 1890er Jahren auf einer abgelegenen Insel ihren Wachdienst verrichten. Aufgrund der stürmischen See müssen sie ihren tristen Aufenthalt unplanmäßig verlängern. Während sie von Albträumen gequält werden und sich dunkle Omen häufen, fallen beide langsam dem Wahnsinn anheim.

Darum hat uns der Film überzeugt: Der Leuchtturm zeigt sehr deutlich, wie schön es doch ist, wenn Filmemacher nicht nur auf pompöse CGI-Effekte setzen, sondern Stilmittel in all ihren Facetten nutzen. Ob Farbe, Licht, Musik, Bildwinkel oder Größe, der Leuchtturm baut nicht nur eine nervenaufreibende Atmosphäre auf, sondern durchzieht den Film mit etlichen Interpretationsmöglichkeiten. Kein Popcorn-Kino, aber definitiv ein Highlight auf dem sonst immer wiederholenden Kinofilmmarkt.

Scary Stories to Tell in the Dark 

Darum geht’s: Stella (Zoe Margaret Colletti) ist Amateur-Autorin, die nichts so sehr liebt wie das Horror-Genre. Ihre Freunde Auggie (Gabriel Rush) und Chuck (Austin Zajur) spielen dem Schul-Schläger Tommy (Austin Abrams) an Halloween einen Streich. Auf der Flucht vor diesem fliehen die drei in ein Autokino, wo Ramón (Michael Garza) sie versteckt, weshalb sie ihn einladen, gemeinsam das Spukhaus der Familie Bellows zu besuchen. Hier finden sie schließlich in einem geheimen Raum ein Buch, indem immer wieder neue Horrorgeschichten erscheinen, die dann grausame Realität werden. 

Darum floppte der Film bei uns: Der Film beruht auf Gruselgeschichten des Kinderbuchautors Alvin Schwartz. Daher verwundert es nicht, dass die Wesenheiten, die im Film erscheinen, irgendwie an eine bessere Version der alten Gänsehaut-Monster erinnern. Und als Horrorfilm für Kinder wäre dieser Film auch sicherlich genial, aber dafür sind dann einige Passagen doch wieder zu heftig für deren Augen. Und für ein älteres Publikum mangelt es hier an einem stringenten Spannungsbogen oder einem richtigen Schockmoment. 

Crawl 

Darum geht’s: Die in Wettbewerben geschulte Schwimmerin Haley (Kaya Scodelario) hat sich schon vor einer Weile von ihrem Vater Dave (Barry Pepper) entfremdet. Als allerdings ein Hurrikane der Kategorie 5 auf ihre Heimat in Florida zusteuert, lässt sie trotzdem alles stehen und liegen, um ins Auge des Sturm zu fahren und nachzusehen, ob es ihrem Elternteil gut geht. Im überfluteten Haus muss sie jedoch feststellen, dass sich ein Alligator in dem Gebäude bequem gemacht hat. 

Darum hat uns der Film überzeugt: Gute Tierhorrorfilme sind in den letzten Jahren glücklicherweise wieder mehr geworden und obwohl Crawl die Macke der Vorhersehbarkeit mit sich bringt, schafft es der Film 87 Minuten seine Spannung zu halten und den Kampfgeist der Charaktere in eine einfühlsame und dramatische Geschichte zu verpacken. Da kann auch über die eine oder andere unrealistische Szene hinweggesehen werden. 

The Hole in the Ground 

Darum geht’s: Die junge Mutter Sarah O’Neill (Seána Kerslake) versucht, mit ihrem kleinen Sohn Chris (James Quinn Markey) ein neues Leben am Rande einer Kleinstadt nahe den Wäldern aufzubauen. Doch eine Nachbarschaftsbegegnung zerstört das vorsichtige Gefühl von Geborgenheit schnell wieder und Sarah stürzt in einen alptraumhaften Strudel aus Paranoia und Misstrauen. Als Chris eines Tages verschwindet und kurz darauf zurückkehrt, ist er nicht mehr derselbe, und sie beginnt sich zu fragen, ob sein neuerliches Verhalten mit dem Senkloch, das sich als Schlund wie ein Krater im angrenzenden Wald aufgetan hat, zusammenhängt. 

Darum floppte der Film bei uns: Ernsthaft – wir haben nichts gegen Horror-Kinder und eigentlich fängt der Film auch wirklich vielversprechend an. Die Atmosphäre stimmt und auch der Kinderschauspieler schafft es, die düstere Veränderung glaubhaft rüberzubringen. Doch leider holpert die Geschichte so vor sich her, dass keine wirkliche Spannung aufkommen mag, bis das Ende dann völlig absurd langweilig zusammenknickt. Ein Twist hätte dem Film nicht geschadet und auch die Mutter-Kind-Beziehung hätte mehr beinhalten können als mein-Sohn-macht-das-sonst-anders.

Ready or Not – Auf die Plätze, fertig, tot 

Darum geht’s: Grace (Samara Weaving) geht die Ehe mit Alex Le Domas (Mark O’Brien) ein und könnte als junge Braut nicht glücklicher sein. Von den reichen, exzentrischen Verwandten ihres frischgebackenen Gatten, zu denen Becky (Andie MacDowell), Daniel (Adam Brody), Helene (Nicky Guadagni) und Tony (Henry Czerny) gehören, wird sie in den Schoß der Familie eingeladen. Da ahnt sie allerdings noch nicht, dass die Familie seit langen Jahren eine Tradition pflegt, die sich zu einem tödlichen Spiel wandeln kann, bei der jeder um das eigene Überleben kämpft. Denn ob Grace nun bereit ist oder nicht – das Versteckspiel beginnt.

Darum hat uns der Film überzeugt: Horrorkomödien müssen den Balanceakt zwischen schwarzen Humor und einer unheimlichen Atmosphäre (und gegebenenfalls Splatter-Effekten) bewältigen, ohne dabei zu stupide zu werden. Ready or Not ist definitiv ein blutiger Film, der, je weiter die Geschichte voranschreitet, an Gnadenlosigkeit zunimmt und dabei beinahe vergisst, dass er eigentlich eine Horrorkomödie sein möchte. Dennoch bietet dieser Film alles, was einem 95 Minuten zu einer wahren Unterhaltung machen können: eine starke Protagonistin, die unter den gegebenen Umständen langsam dem Wahnsinn nahe kommt, satirische Elemente, fiese Szenen, die einen mitfühlen lassen und einen Ohrwurm.

Titelbild von JESHOOTS.com von Pexels

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