Come Play (Rezension)

Ein Monster, welches technische Geräte nutzt, um in die Welt der Menschen zu gelangen. Die Grundidee von Come Play hört sich eigentlich nicht schlecht an, aber hat die Umsetzung auch funktioniert?

Der US-amerikanische Horror-Thriller Come Play vom Regisseur Jacob Chase wurde im August 2021 in Deutschland auf DVD bzw. Blu-Ray veröffentlicht. Er basiert auf dem Kurzfilm Larry vom selben Regisseur und Drehbuchautor. Wie so oft, wenn ein Kurzhorrorfilm auf einen Kinofilm gestreckt wird, benötigt das Drehbuch mehr Charaktere, ein umfangreicheres Setting und natürlich auch eine größere Motivation der handelnden Personen. 

In Come Play geht es also nicht mehr um das Monster, welches noch den Kurzfilm dominiert hat, sondern um den autistischen Jungen Oliver (Azhy Robertson). Dieser nutzt zur Kommunikation mit seiner Außenwelt eine App auf seinem Smartphone. Oliver hat in der Schule keine Freunde und wird zudem von einer Gruppe gleichaltriger Jungs drangsaliert. Auch zu Hause hat er es nicht einfach. Seine Eltern Sarah (Gillian Jacobs) und Marty (John Gallagher Jr.) streiten regelmäßig, denn die überforderte Mutter fühlt sich von ihrem Mann alleingelassen.

Oliver zieht sich immer weiter zurück und verbringt einen Großteil seiner Zeit mit seinem Smartphone und den Apps, die er darauf findet. Darunter ist auch die App Misunderstood Monsters, die die Geschichte von Larry erzählt. Larry ist eine Kreatur, die unheimlich erscheint, aber eigentlich nur einen Freund sucht. Während nun Oliver Larrys Geschichte liest, fangen die Lichter im Haus an, verrückt zu spielen. Und es bleibt nicht der einzige Vorfall, der sich in den nächsten Tagen um Oliver herum ereignet. Denn Larry ist fest entschlossen, dass Oliver sein neuer Freund wird.

Come Play Trailer

Vom Kurzfilm zum Spielfilm

Leider hat Come Play – wie bereits angedeutet – ein ähnliches Problem wie Lights Out oder auch der Slenderman-Mythos: Einige Ideen eignen sich eben nur für eine kurze Geschichte und nicht für einen 90-minütigen Film. Die ersten Minuten von Come Play schaffen es noch, eine gewisse Spannung zu erzeugen, danach entwickelt sich die Handlung jedoch zumindest in puncto Horror kaum weiter. Zwar bietet der Film viele Einblicke in das Leben von Oliver und insbesondere seiner Mutter, aber das Monster Larry tritt dabei immer wieder in den Hintergrund, sodass Larry nie zu einer wirklichen Bedrohung wird, obwohl seine schemenhafte Darstellung und die gurgelnden Laute, die er von sich gibt, durchaus Gruselpotenzial haben.

Das Ende des Films ist ab einem gewissen Punkt leider sehr offensichtlich und raubt diesem dann auch die letzte Spannung. Ein mutigeres Ende in die eine oder andere Richtung hätte dem Werk sicherlich nicht geschadet.

Schauspielerisch bewegt sich der Film zwar an sich auf einem hohen Niveau, aber im Großen und Ganzen wird von den Schauspielern auch nur sehr wenig verlangt. Sarah ist meistens besorgt, Oliver ängstlich und Marty eher entspannt.

Fazit

Für 90 Minuten bietet Come Play relativ wenig. Der Kurzfilm wurde an den falschen Stellen aufgeplustert und bleibt somit nicht lange in Erinnerung. Positiv ist jedoch Larrys Gestaltung und auch die Grundidee ist, wenn auch nicht gänzlich neu, durchaus solide. 

Filmtitel: Come Play
Regisseure: Jacob Chase
Erscheinungsjahr: 2020 
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Spieldauer: 96 Minuten 

Das Beitragsbild ist ein Ausschnitt des DVD-Covers. Alle Bildrechte liegen bei
©Focus Features.

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