Das Ferienhaus – Und du denkst, du bist sicher (Rezension)

Tom Sullivan und seine Familie brauchen dringend eine Auszeit, um wieder zusammenzufinden. Doch als er in der Nacht klirrendes Glas hört, weiß er, dass ihm der Schrecken ins Ferienhaus gefolgt ist. Der erste Roman von C.M. Ewan Das Ferienhaus (Originaltitel: A Window Breaks) erschien im April 2022 beim Blanvalet-Verlag und soll den Lesenden in ein spannendes Home-Invasion-Szenario entführen.

Darum geht es in Das Ferienhaus

Tom Sullivan und seine Ehefrau Rachel haben vor acht Monaten ihren jugendlichen Sohn verloren, als dieser mit dem geklauten Auto seines Vaters gegen einen Baum gerast ist. Während Rachel daran glaubt, dass ihr Sohn so etwas niemals getan hätte, quält Tom der Gedanke, dass sein Sohn auch noch seine Freundin mit in den Tod gerissen hat. Als ob das alles noch nicht schlimm genug wäre, muss sich Toms Tochter Holly von einem Überfall erholen, der ihr beinahe das Leben gekostet hätte.

Das Ferienhaus Buchcover (Bildrechte Blanvalet Verlag)

Um Abstand zu dem ganzen Chaos zu erlangen und seine langsam zerbrechende Ehe zu retten, nimmt Tom auf Bitten von Rachel das Angebot eines reichen Freundes an, ein Wochenende in einer luxuriösen Villa mit dem neusten Sicherheitssystem mitten im schottischen Nirgendwo zu verbringen. Bereits am Tag ihrer Ankunft fühlt sich Tom in dem großen Anwesen mit seinem weitläufigen Grundstück nicht wohl. Als in der Nacht jedoch zwei Personen ins Haus eindringen, deren Absicht durch die mitgebrachte Ausrüstung mehr als eindeutig ist, sieht sich Tom gezwungen, mit seiner Familie ein Katz und Maus Spiel gegen die Eindringliche zu spielen. 

Für den ersten Roman okay

Der Klappentext des Buches reizte mich sofort, da ich Home-Invasion-Szenarien durchaus spannend finde. Doch die Ernüchterung trat bereits auf den ersten Seiten des Buches ein. Anstatt den Charakteren den Raum zu geben, sich dem Lesenden vorzustellen, überhäuft der Autor den Lesenden mit einem Schicksalsschlag nach dem nächsten. Dabei wird der Tod des Sohnes einigermaßen nüchtern weggesteckt, der Angriff in der Gasse jedoch nicht. Auch die Nebencharaktere werden direkt mit ihrem dramatischen Hintergrund präsentiert. Sympathie oder Mitgefühl kommt dabei wenig auf. Mit der Ankunft beim Ferienhaus wird es noch schlimmer. Nicht nur, dass man das Gefühl hat, im Anwesen von Batman herumgeführt zu werden, die Charaktere verhalten sich allesamt wie Schablonen. Auch die Einbrechenden bieten dabei kaum Unterhaltung. Sie handeln jeder Logik entbehrend, damit die Familie eine Chance hat. Dabei wird eine Idee an die nächste gesponnen, sodass Tom Sullivan so viel erlebt, dass es mindestens fünf Home-Invasion-Filme füllen könnte. Hinzukommend bleibt er seinem Charakter treu, handelt nicht, bleibt bis zum Schluss defensiv und feige, und wächst somit nicht einmal über sich hinaus. Zwar wird zum Ende hin versucht, einen Plottwist aus den Tiefen eines Abflussrohres zu ziehen, dass es schon schmerzt, überhaupt bis dahin gelesen zu haben. Und das Ganze wird auch noch auf 480 Seiten gestreckt.

Fazit: Lohnt sich Das Ferienhaus?

C.M. Ewans kann sich freuen, dass er seinen ersten Roman veröffentlicht hat. Es sei ihm gegönnt, doch ich hätte ihm einen besseren Lektor gewünscht, der an den richtigen Stellen kommentiert, gekürzt und korrigiert hätte. Wer einen spannenden Thriller sucht, ist bei Das Ferienhaus leider verkehrt. Auch für eine entspannte Urlaubslektüre taugt es bedauerlicherweise wenig.

Buchtitel: Das Ferienhaus – Und du denkst, du bist sicher
Autor: C.M. Ewans
Verlag: Blanvalet
Buchseiten: 480 Seiten
ISBN: 978-3-7645-0736-7

Das Titelbild ist ein Ausschnitt vom Buchcover. Alle Bildrechte liegen beim Blanvalet Verlag.

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