Geister und Legenden: Der Fluch des Lake Lanier

Bootsunfälle, Badeopfer und Geistersichtungen: Der Lake Lanier, ein Stausee 150 Meilen (ca. 241 km) nördlich von Atlanta (USA), hat einen zweifelhaften Ruf. Einheimische glauben, dass sich Leichen auf dem Grund des Sees befinden. Augenzeugen behaupten sogar, dass sie die gespenstische „Lady of the Lake“ gesehen haben. Fest steht: Kein anderer See in den USA hat so viele Vorfälle und vermisste Menschen.

Alles für einen See

Lake Lanier liegt im nördlichen Teil von Georgia und erstreckt sich über 16 Meilen (ca. 26 km). Somit ist er der größte (künstliche) See in Georgia, an dessen Staudamm bis 1948 gearbeitet wurde. Es dauerte 5 Jahre, bis der Füllstand des Sees das gewünschte Niveau erreichte. Während dieser Zeit wurden viele Gebäude rund um den See aufgegeben und die Regierung ließ die ortsansässigen Familien und Unternehmen umsiedeln. Es wurden Häuser, Gebäude, Felder, Straßen usw. komplett aufgegeben. Unter dem See befinden sich also noch immer die Ruinen der ursprünglichen Ansiedlungen. Selbst der alte Friedhof wurde überflutet, was eine der Ursachen für die Bekanntheit des Sees ist und dazugehörige Geisterlegenden nur so hervorsprudeln ließ.

Im Laufe der Zeit begannen nämlich seltsame Dinge im und am See zu geschehen. Eine große Anzahl von Todesfällen wurde beobachtet, darunter ertrinkende Personen, Boots- und Wasserverkehrsunfälle. So sollen Boote bereits an unsichtbaren Gegenständen im See gekentert sein. Schwimmer, die dem Ertrinken nur knapp entkamen, sagten aus, dass sie im Wasser festgehalten oder gar angeschossen worden seien. Schnell galt der See als verflucht. Insbesondere, da auch immer wieder Menschen verschwanden. 

Der Unfall auf der Brücke und die Lady of the Lake

Eine der beunruhigendsten Geschichten rund um Lake Lanier ist das Verschwinden von Delia Parker Young und ihrer Freundin Susie Roberts im Jahr 1958.  Die beiden Mädchen wurden zuletzt an einer Tankstelle in der Nähe des Sees gesehen. Sie verließen die Tankstelle jedoch ohne zu bezahlen. Als die Leute später nach ihnen suchten, zeigten Bremsspuren auf der Lanier Bridge, dass das Auto, in dem sie unterwegs waren, offenkundig in den See gestürzt sein musste.

Die Suche nach den Leichen der Mädchen blieb erfolglos. Fast zwei Jahre später fand dann ein Fischer einen verfaulten Körper, der im See trieb. Am linken Fuß der Leiche fehlten zwei Zehen und beide Hände hatten sich bereits gelöst. Obwohl die Forensiker sich nicht sicher waren, ging man damals davon aus, dass es sich bei der Leiche um Delia Parker Young handelte. Sie wurde in einem anonymen Grab beigesetzt. 

Im Jahr 1990, als die Brücke des Sees renoviert werden sollte, fanden die Bauarbeiter endlich das verschollene Auto und auch in seinem Inneren die Überreste von Susie Roberts. Sie wurde neben dem anonymen Grab von Delia beigesetzt.

Nur wenige Wochen später berichteten die ersten Personen, dass sie am See eine durchschimmernde Frau in einem blauen Kleid ohne Hände auf der Brücke gesehen hätten. Angeblich hatte Delia Parker Young ein blaues Kleid in der Nacht ihres Todes getragen. Warum ihr Geist erst erschien, nachdem Susie Roberts Leiche neben der ihrigen vergraben wurde, bleibt wohl vorerst ein Rätsel. Doch zumindest sind sich alle einig, dass die Lady of the Lake noch immer ihre Hände auf der Brücke sucht. 

Titelbild von Daniel Battersby von Pexels

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