Godzilla – King of Monsters (Rezension)

Schon als Kind konnte ich mich für die Monsterfilme des japanischen Regisseurs Tomoyuki Tanaka begeistern, in dem titanische Urgewalten aufeinanderprallen und dabei ganze Landstriche verheeren. Mein großer Liebling war neben dem vielfachen Showrunner Godzilla immer auch der dreiköpfige Drache (bzw. Wyvern) Ghidorah. Daher durfte ich mir Godzilla – King of Monsters aus dem Hause Warner Bros. auch nicht entgehen lassen.

Maximale Zerstörung

Die Handlung des Films ist klassischerweise – ohne allzu viel verraten zu wollen – schnell erzählt: Die Organisation Monarch, die wir schon aus Godzilla 2014 kennen, hat überall auf der Welt dort Stützpunkte etabliert, wo die Titanen im Verborgenen schlummern.

Story (minimaler Spoiler)
Da die Menschheit den Planeten jedoch durch ihr achtloses Verhalten zunehmend zugrunde richtet, ergreifen Terroristen die Gunst der Stunde, um einige dieser Titanen zur Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts aufzuwecken. Doch mit King Ghidorah haben sie sich offenkundig den Falschen ausgesucht…

Godzilla und Ghidorah

Der Film dreht sich primär um den Dualismus zwischen Godzilla und Ghidorah, die beide um die Vorherrschaft kämpfen. Dementsprechend bekommt man diese „Superpredatoren“ recht häufig vor die Linse.

Das Erscheinungsbild Godzillas hat sich seit seinem 2014er Auftritt nur unwesentlich verändert: groß, kräftig und ein bisschen moppelig. Wenngleich ich das japanische Original bevorzuge, ist der Wiedererkennungswert durchaus akzeptabel. Deutlich zufriedener war ich hingegen mit Ghidorah. Dieser wurde meiner Meinung nach relativ originalgetreu wiedergegeben und mit modernen Mitteln etwas aufpoliert.

Einziger Wehrmutstropfen ist die Hintergrundgeschichte der beiden, die zwar den japanischen Kanon dankenswerterweise aufgreift, jedoch eigene Wege zu gehen versucht.

Die Menschlein

Woimmer Godzilla auftaucht, dürfen natürlich auch die Experten aus Wissenschaft und Forschung nicht fehlen, denen vor allem mit dem weitsichtigen und charismatischen Dr. Ishirō Serizawa (Ken Watanabe: Batman Begins, Inception, Godzilla) Ausdruck verliehen wird. Dreh- und Angelpunkt ist allerdings der anfänglich noch recht verbitterte Dr. Mark Russel (Kyle Chandler: King Kong), der unbedingt seine noch verbliebene Tochter Madison (Millie Bobby Brown: Stranger Things) vor dem wissenschaftlichen Eifer seiner Exfrau zu retten gedenkt. Als Bösewicht tritt noch der ehemalige Colonel Alan Jonah (Charles Dance: Game of Thrones) in Erscheinung.

Wenngleich für den Film ein durchaus namhafter Cast zusammengestellt wurde, steht dieser doch hinter Godzilla und seinesgleichen zurück. Die schauspielerische Darbietung war glaubhaft, hätte mir aber gerade von Millie Bobby Brown und Charles Dance mehr einprägsame Momente gewünscht. Denkbar (und teils schon bestätigt) ist allerdings, dass wir einige der Charaktere in kommenden Ablegern des MonsterVerse wiedersehen werden.

Inszenierung

Der Film ist – wie sollte es auch anders sein – ein üppiges Effektfeuerwerk der Extraklasse. Insbesondere die Darstellung  und Positionierung der rivalisierenden Monster hätte epischer nicht ausfallen können. Vom Ausbruch aus dem Eis oder dem Auftauchen aus ozeanischen Tiefen über die Entfesselung urzeitlicher Naturgewalten bis hin zum erbitterten Zweikampf zwischen Wolkenkratzern ist alles dabei. Dazu kommen noch die obligatorischen Militäreinsätze und ein paar zu vernachlässigende Schießereien.

Richtig edel empfand ich dabei beispielsweise die Szene, als Godzilla zum Angriff gegen seinen Erzrivalen stürmt und dabei von Kampfjets und Hubschraubern und Kanonenfeuer flankiert wird. In your face! BÄM!

Fazit

Godzilla – King of Monsters ist ein klassischer Monsterfilm der Superlative, in dem die namensgebenden Titanen des MonsterVerse im Vordergrund stehen. Setting und Handlung folgen dabei den japanischen Vorlagen. Das schauspielerische Geschick des Casts ist zwar ganz nett, aber eben doch nur schmückendes Beiwerk.

Wer also einen soliden Monsterfilm mit ein paar kreativen Einflüssen erwartet, wird definitiv nicht enttäuscht werden. Mir persönlich hat das Sequel sogar deutlich besser gefallen als der Streifen von 2014. Für Kinogänger noch ein dezenter Hinweis: Bleibt ruhig bis zum Ende des Abspanns sitzen.

Und um es mal mit den Worten des Familienoberhaupts Tywin Lannister, Game of Thrones, zu sagen:

Long live the king!

Das Titelbild in diesem Artikel ist Teil des deutschen Filmplakats. Alle Rechte liegen bei Warner Bros.

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