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Die Faszination des Monsterfilms: Eine Reise in die Welt des Schreckens

Von den frühen Klassikern bis hin zu modernen Interpretationen hat das Genre des Monsterfilms Generationen von Zuschauern in seinen Bann gezogen. In diesem Artikel werden wir uns mit den Ursprüngen und einzigartigen Merkmale des Monsterfilms beschäftigen.

Die Ursprünge des Monsterfilms: Von der Mythologie bis zur Leinwand

Seit jeher faszinieren uns Geschichten über monströse Kreaturen und unheimliche Wesen, die aus den Tiefen unseres Unterbewusstseins und unserer Fantasie emporsteigen. Die Wurzeln des Monsterfilms reichen in der Geschichte der Menscheit weit zurück und finden sich in verschiedenen mythologischen Erzählungen und Volkssagen aus aller Welt.

In der Mythologie finden wir bereits zahlreiche Gestalten, die den Grundstein für das Genre des Monsterfilms legten. Von den menschenfressenden Zyklopen der griechischen Sagen über die ägyptische Sphinx bis hin zu den nordischen Drachen – mythischen Wesen verkörpern archetypische Monster, die unsere Vorstellungskraft beflügeln und unseren Urängste Ausdruck verleihen.

Mit technologischen Entwicklung neuer Darstellungsmöglichkeiten wie bsp. dem Großleinwand-Film (Kinos) erhielten diese Geschöpfe eine neue Bühne, um ihre Schrecken zu entfalten. In den frühen Tagen des Films waren die Möglichkeiten der Spezialeffekte und Maskenbildnerei zwar noch stark eingeschränkt, dennoch gelang es einigen Pionieren des Kinos, furchterregende Monster zum Leben zu erwecken. Ein bemerkenswertes Beispiel hierfür ist der Film „Nosferatu“ aus dem Jahr 1922, der den berühmten Vampir Graf Orlok in einer unheimlichen und bedrohlichen Darstellung inszenierte. Béla Balázs (Filmkritiker und Autor von Der sichtbare Mensch oder die Kultur des Films (1924) beschrieb “Nosferatu” als einen Film, in dessen Bildern »ein frostiger Luftzug aus dem Jenseits weht«. 

Eine Sphinx vor schwarzem Grund
Foto von antonio filigno

Mit dem Voranschreiten der Filmtechnologie wurden die Monsterfilme immer realistischer und visuell eindrucksvoller. In den 1930er und 1940er Jahren schuf das Filmstudio Universal Pictures eine Reihe von legendären Monsterfilmen, die bis heute als Meilensteine des Genres gelten. Filme wie „Frankenstein“ (1931), „Dracula“ (1931) und „Die Mumie“ (1932) brachten berühmte Monsterfiguren auf die Leinwand und etablierten sie als Ikonen des Horrorgenres.

Durch Spezialeffekte und der immer aufwändiger gestalteter Mechanisierte Puppen und Modelle (. z.b. für „Das Ding“) bis hin zur Computeranimation wurden die visuellen Möglichkeiten in der Inszenierung von Monstern und Kreaturen mit jedem Jahrzehnt immer vielfältiger und auch glaubhafter. Von den gigantischen Kaijus in den japanischen Godzilla-Filmen bis hin zu den komplexen Kreaturen-Designs moderner Horrorstreifen wurden die Grenzen des Unmachbaren nach und nach gelöst.

Die Geschichte des Monsterfilms ist geprägt von der Faszination des Unerklärlichen und des Widernatürlichen, aus der Furcht vor dem Unbekannten erwächst. Sie hat uns teils unvergessliche Kreaturen und schreckliche Monster beschert, die das Potenzial haben, unsere Albträume zu bevölkern. Von den frühen mythologisch inspirierten Geschichten bis hin zur zeitgenössischen Filmwelt haben sich die Monstergeschichten stetig verändert und kontinuierlich neue Interpretationen des Genres hervorgebracht.

Merkmale und Subgenres des Monsterfilms

Das Genre des Monsterfilms hat im Laufe der Zeit eine Vielzahl fester Merkmale ausgeprägt. Gleichzeitig hat es auch eine beeindruckende Bandbreite an Subgenres hervorgebracht, die jeweils ihre eigenen einzigartigen Elemente und Stimmungen bieten.

Merkmale des Monsterfilms

  • Groteske Kreaturen: Eine markante Eigenschaft des Monsterfilms sind die grotesken Kreaturen, die unsere tiefsten Ängste vor dem kaum Fassbaren verkörpern. Von widernatürlichen Vampiren und blutrünstigen Werwölfen bis hin zu gigantischen Kaijus und mysteriösen Kreaturen aus dem Weltraum – die Vielfalt der Monster ist schier grenzenlos.
  • Bedrohung der menschlichen Ordnung: Der Monsterfilm zeichnet sich oft durch die Bedrohung der etablierten Ordnung aus. Die monströsen Kreaturen brechen in unsere Welt ein und brechen mit den gewohnten Sicherheiten unserer Zivilisation. Sie stellen eine existenzielle Gefahr für die Menschheit dar und zwingen uns, uns mit unseren eigenen Ängsten und Schwächen auseinanderzusetzen.
  • Moralische Ambiguität: Im Monsterfilm werden oft moralische Grenzen verwischt. Manchmal wird das Monster selbst zum tragischen Helden, der durch äußere Umstände zu seinem Schicksal gezwungen wurde. Diese moralische Ambiguität schafft eine tiefere Ebene der Reflexion und lässt den Zuschauer über das Wesen des Bösen und die Komplexität der menschlichen Natur nachdenken.

Subgenres des Monsterfilms

SubgenreBeschreibung
VampirfilmeDieses Subgenre dreht sich um die finstere Welt der Vampire. Von klassischen Vertretern wie „Nosferatu“ bis hin zu actionlastigeren Interpretationen wie „Underworld“ haben Vampirfilme eine lange Tradition im Monsterfilmgenre.
Zombie-FilmeZombie-Filme konzentrieren sich meist auf die Darstellung von hungrigen, verwesenden Untoten, die Jagd auf Menschen machen. Bekannte Beispiele sind „Night of the Living Dead“ und „Dawn of the Dead“.
Werwolf-FilmeWerwolf-Filme drehen sich um die entstellende Verwandlung von Menschen in blutrünstige Werbestien bei Vollmond, wobei der Werwolf die am häufigsten umgestezte  Kreatur ist. Ein bekannter Vertreter ist „American Werwolf in Paris“.
Kaiju-FilmeKaiju-Filme stammen aus der japanischen Filmkultur und zeigen gigantische Monster, die Städte verwüsten. „Godzilla“ ist das bekannteste Beispiel in diesem Subgenre, zu dem auch viele Haifilme gehören.
KreaturenfilmeKreaturenfilme konzentrieren sich auf unheimliche und furchterregende Kreaturen, die die Fantasie beflügeln. „Der Blob“ und „Das Ding aus einer anderen Welt“ sind beliebte Beispiele in diesem Subgenre.

Einfluss des Monsterfilms auf andere Medien

Der Monsterfilm hat nicht nur das Kino geprägt, sondern auch andere Medien inspiriert und beeinflusst. Als Quelle der Inspiration hat das Genre des Monsterfilms zahlreiche Werke in Literatur, Comics und Videospielen beeinflusst. Gleichzeitig hat der Monsterfilm die Popkultur maßgeblich geprägt und ikonische Figuren und Symbole hervorgebracht.

Denn im Gegensatz zum Film, dem es vor allem früher an technischen (oder finanziellen) Möglichkeiten zur Umsetzung und Visualisierung besonderer Effekte mangelte, ohne an Glaubwürdigkeit einzubüßen, vermochten Autoren und Künstler seit jeher mit recht einfachen Mitteln ihrem Schaffen freien Lauf lassen, um unsere Fantasie anzuregen. So erschufen sie nicht nur in unserer Vorstellungskraft visuell komplexere (Film-)Monster, sondern inszenierten sie auch deutlich opulenter. Dadurch wurden in Literatur und Comics (und später auch im Videospiel) andere Geschichten erfahrbar, als man sie auf der Leinwand vielfach hätte erleben können.      

Monsterfilm als Inspirationsquelle in der Literatur

Der Einfluss des Monsterfilms auf die Literatur ist unverkennbar, insbesondere im Bereich des Horrors. Zahlreiche moderne Autoren haben sich von den Geschichten und Figuren des Monsterfilms inspirieren lassen, um fesselnde Werke zu erschaffen, 

in denen sie bereits bekannte Franchises oder charakteristische Elemente und Figuren aufgreifen. 

die die Leser in eine düstere und unheimliche Welt entführen. Ein herausragendes Beispiel ist der amerikanische Schriftsteller Stephen King, der als Meister des Horrors bekannt ist. Aber auch R. L. Stine der für ein jüngeres Publikum schreibt, nutzt gerne die klassischen Merkmale von Monsterfilmen in seinen Büchern.

Monsterfilm als Inspirationsquelle in Comics und Videospielen

Auch in der Welt der Comics und Videospiele hat der Monsterfilm seine Spuren hinterlassen. Comicautoren und Zeichner haben die ikonischen Monster des Films aufgegriffen und ihre eigenen Interpretationen geschaffen. Beliebte Comicserien wie „Hellboy“ von Mike Mignola oder „The Walking Dead“ von Robert Kirkman lassen sich vom Monsterfilm inspirieren und erweitern das Genre um neue Geschichten und Kreaturen.

Im Bereich der Videospiele hat der Monsterfilm ebenfalls einen starken Einfluss. Spiele wie „Resident Evil“ und „Silent Hill“ haben das Unheimliche und die Bedrohung der menschlichen Ordnung aus dem Monsterfilm aufgegriffen und in ein interaktives Erlebnis verwandelt. Die Spieler können in diese unheimlichen Welten eintauchen und sich den Herausforderungen und Schrecken stellen.

Auswirkungen des Monsterfilms auf die Popkultur

Der Monsterfilm hat die Popkultur nachhaltig geprägt und ikonische Figuren und Symbole hervorgebracht, die über das Filmmedium hinaus bekannt geworden sind. Diese Kultfiguren und die damit verbundene Symbolik sind in verschiedenen Bereichen der Popkultur weit verbreitet.

Kultfiguren aus Monsterfilmen

  • Dracula: Die Darstellung von Graf Dracula in Filmen wie „Nosferatu“ (1922) und „Dracula“ (1931) hat das Bild des Vampirs maßgeblich geprägt. Dracula wurde zu einer Symbolfigur des ästhetisch Bösen und der unwiderstehlichen Verführungskraft, die sich in Musik, Literatur und Kunst manifestiert. Verschiedende Bands haben in ihren Liedern den Mythos von Dracula aufgegriffen, während Bram Stokers Roman „Dracula“ Generationen von Autoren beeinflusste und zu zahlreichen Adaptionen und Neuinterpretationen führte.
  • Frankenstein’s Monster: Das von Mary Shelley geschaffene Monster aus dem Roman „Frankenstein“ (1818) hat eine ähnliche Ikonographie erreicht. Die monströse Gestalt und die existenziellen Fragen, die sie aufwirft, sind zu einem Symbol für die menschliche Hybris und die Konsequenzen wissenschaftlichen Selbstzwecks geworden. Das Monster ist in zahlreichen Filmen, Büchern und Comics präsent und wird oft als Metapher für die gesellschaftlichen Ängste vor den unbegrenzten Möglichkeiten wissenschaftlichen Ehrgeizes abseits moralischer Zwänge  und der Entfremdung genutzt.
  • Godzilla: Godzilla, das japanische Filmmonster, ist eine Ikone des Monsterfilms und hat einen einzigartigen Platz in der Popkultur eingenommen. Das titanische, Energie-speiende Reptil verkörpert einerseits die Zerstörungskraft der Atomkraft und andererseits die Nichtigkeit der eigenen Existenz. Sie hat zahlreiche Fortsetzungen und Neuauflagen hervorgebracht. Godzilla wurde zu einem Symbol für die Ängste und die Faszination der Menschen vor der technologischen Entwicklung und den Gefahren der modernen Welt.
  • Dr. Jekyll und Mr. Hyde: Die geteilte Persönlichkeit des Dr. Jekyll, der sich in den monströsen Mr. Hyde verwandelt, ist zu einem Symbol für die Dualität des Menschen geworden. Die Geschichte wurde in verschiedenen Medien, darunter Filme, Bücher und Theaterstücke, adaptiert und hat zahlreiche Interpretationen hervorgebracht. Sie wirft die verunsichernde Frage auf, wie gut wir unsere Nächsten tatsächlich kennen und was jene vor uns verbergen könnten.
  • Der Unsichtbare Mann: Das Konzept des Unsichtbaren Mannes, der seine Macht für böse Zwecke einsetzt, wurde in H.G. Wells‘ Roman „Der Unsichtbare“ (1897) eingeführt und hat seitdem zahlreiche Film- und Literaturadaptionen inspiriert. Bekannte Darstellungen sind Claude Rains in „Der Unsichtbare“ (1933) und die Neuinterpretation von Leigh Whannell in „The Invisible Man“ (2020).
  • Die Mumie: Die Mumie, ein antiker Untoter, dem es oft nach Rache dürstet, hat im Monsterfilmgenre einen festen Platz. Der Film „Die Mumie“ (1932) mit Boris Karloff und seine modernen Neuauflagen haben diese ikonische Figur geprägt, die für die Geheimnisse des alten Ägyptens und den Fluch der Mumie steht. Sie ist oftmals Resultat ungezügelter Neugier unter Missachtung kulturhistorischer Zeugnisse.
  • Zombies: Das Bild des hirnlosen, wandelnde Leiche, die nach menschlichem Fleisch giert, hat im Monsterfilmgenre lange Tradition. George A. Romeros „Night of the Living Dead“ (1968) hat das moderne Zombie-Genre initiiert, das in zahlreichen Filmen, TV-Serien und Videospielen wie „The Walking Dead“ und „Resident Evil“ charakteristisch fortgeführt und meist nur akzentuiert weiterentwickelt wurde. 
  • Aliens: Außerirdische Kreaturen wie der Xenomorph aus der „Alien“-Reihe (1979) oder der Predator aus „Predator“ (1987) haben das Genre des Science-Fiction-Horrors geprägt und sind zu ikonischen Monstern geworden.

Symbolik und Ikonographie

  • Vampire: Das Bild nächtlicher Vampire mit spitzen Eckzähnen, der Fähigkeit, Blut zu trinken, und ihrer Unsterblichkeit ist eine Ikone des Horrorgenres. Die Vampire haben sich in verschiedenen Medien etabliert, von Büchern wie Anne Rices „Interview mit einem Vampir“ bis hin zu TV-Serien wie „Buffy – Im Bann der Dämonen“ und „True Blood“.
  • Werwölfe: Die Vorstellung von Werwölfen, die sich bei Vollmond in wilde Bestien verwandeln, hat ebenfalls festen Bestand in der Popkultur. Die Silberkugel als Schwachstelle der Werwölfe ist zu einem ikonischen Symbol geworden, das in Filmen, Büchern und Videospielen immer wieder auftaucht. Beispiele dafür sind die „Underworld“-Filmreihe und die „Elder Scrolls“-Spiele.
  • Frankensteins Monster: Die monströse Gestalt von Frankensteins Kreatur, zusammengesetzt aus Leichenteilen, hat einen starken Wiedererkennungswert. Das Bild des zusammengenähten Wesens mit Elektrizitätsblitzen ist zu einem Symbol für das Überschreiten der Grenzen der Wissenschaft und die moralischen Dilemmata der Schöpfung geworden. Die Figur wird in verschiedenen Medien, wie z.B. Mel Brooks‘ Film „Frankenstein Junior“ oder Tim Burtons „Frankenweenie“, referenziert und parodiert.

Jasmin Dahler

Obwohl sie sich auf jedes Horror-Genre einlässt, sind ihre heimlichen Favoriten der Teenie-Slasher und die Home Invasion Filme. In ihrer Büchersammlung verläuft sich eher selten ein Werk von Stephen King oder Campbell, aber dafür findet sich jeder Poe Text mindestens dreimal in diversen Sammelbänden.

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