Jackals (Rezension)

2021 kam der Film Jackals von Kevin Greutert, der bereits 2017 in den USA erschien, endlich auf den deutschen Markt. In dem Home-Invasion-Film versucht eine verzweifelte Familie ihren jüngsten Sohn aus den Fängen einer skrupellosen Sekte zu befreien. Dabei hat die Familie jedoch nicht damit gerechnet, wie weit die maskierten Sektenmitglieder gehen würden, um ein einzelnes Mitglied wieder “nach Hause” zu holen.

Darum geht es in Jackals

Justin Powell (Ben Sullivan) ist nach einem Streit mit seiner Familie von zu Hause abgehauen. Er hat seine ebenfalls jugendliche Freundin Samantha (Chelsea Ricketts) geschwängert, was mutmaßlich zu dem Bruch der Familie führte. Wie und wann Justin nach diesem Ereignis mit einem Kult in Kontakt kommt, lässt der Film offen. Justin sieht in diesem Kult allerdings seine neue oder seine richtige Familie. Seine leiblichen Eltern Andrew (Jonathon Schaech) und Kathy (Deborah Kara Unger) sind davon überzeugt, dass er einer Gehirnwäsche unterzogen wurde und heuern den Deprogrammierer Jimmy Levine (Stephen Dorff) an, um im Jahr 1983 ihren Sohn aus den Fängen des Kultes zu befreien. 

Jimmy entführt Justin und bringt ihn zu einer abgelegenen Waldhütte, um ihn aus dem Bann der Sekte zu befreien. Dort warten neben seinen Eltern auch sein älterer Bruder Campbell (Nick Roux), Samantha und das Neugeborene Zoey. Jimmy hat die Familie auf den schwierigen Prozess vorbereitet und ihn allen gesagt, was sie tun sollen und wie sie sich verhalten sollen. Womit der Sektenexperte jedoch anscheinend nicht gerechnet hat, ist die Tatsache, dass der Kult wenig angetan von der Aktion der Familie Powell ist und alles daran setzt, um Justin aus dem Haus zu befreien. Dabei geht die Sekte über Leichen. Die Familie muss entscheiden, ob sie einen aussichtslosen Kampf gegen einer Überzahl an Angreifern führen will oder ihren Sohn, der offensichtlich kein Interesse mehr an seiner Familie hat, der Sekte übergibt.

Tote Charaktere können einen Film nicht zum Leben erwecken

Das Drehbuch zu Jackals entstand 2006, nachdem Jared Rivet ein Audiointerview mit einem Deprogrammierer transkribiert hatte. Greutert, der seit The Strangers gerne selbst einen Home-Invasion-Film drehen wollte, war angetan von dem Drehbuch und setzte dieses mit eigenen finanziellen Mitteln um. Im Jahr 2017 feierte der Film in den USA bereits seine Premiere und kassierte eher mäßige Kritiken. Und auch wir müssen diesen Kritiken in gewissem Maße zustimmen.

Andrew Powell (Jonathon Schaech) versucht seinen Sohn Justin (Ben Sullivan) vor einem Kult zu beschützen. ©Eurovideo

Nicht jeder Film muss etwas Neues und Ungesehenes darstellen, doch wer schon das Genre des Home-Invasions-Films mit der Sektenthematik kreuzt, hätte an der einen oder anderen Stelle mehr Mut zeigen können. Zwar nimmt man Justin durchgehend ab, dass er mit seinem Herzen voll und ganz bei seinem Kult ist und nicht bei seiner Familie, aber der psychische Druck, den seine Familie verspüren sollte, der fehlt irgendwie. Seine Mutter wirkt kalt, ja fast hölzern und sein Vater zeigt ebenso wenig Regungen. Auch Samantha mag man nicht abnehmen, dass sie gerade bereit ist, für ihren Freund und ihr Baby zu kämpfen. Stattdessen steht die junge Mutter allen immer nur im Weg und hält die anderen von Handlungen ab, sodass man fast glauben mag, sie arbeitet eigentlich für die andere Seite. Lediglich Campbell nimmt man seine Rolle als großer Bruder, der seinen kleinen Bruder bereits aufgegeben hat, ab. Dennoch ist er es, der handelt, als alle anderen wie die Schäfchen auf der Schlachtbank warten. Und der Experte, der Justin eigentlich retten sollte? Er ist wohl die nutzloseste Figur im ganzen Film. Er lässt seinen Schützling aus den Augen, achtet nicht darauf, was die anderen zu ihm sagen und fällt auf jeden Trick des Kultes gnadenlos herein. 

Der Kult selbst mag im ersten Moment mit seinen Masken etwas absurd wirken. Doch gerade, dass die Masken eher billig, teils selbstgemacht aussehen, gibt dem Film einen Hauch von Realismus. Jedoch hätte ich mich über ein paar mehr Informationen über den Kult gefreut. Denn diese bleiben gänzlich aus.

Auch handwerklich kann man dem Film nichts vorwerfen. Atmosphärische Bilder, eine gute Kameraführung und auch die eine oder andere nette Folterszene werten das Gesamtwerk auf. Nur können die wenigen guten Momente leider nicht über die Leere hinwegtäuschen, die in den Charakteren herrschen. 

Fazit

Für 90 Minuten kam mir persönlich der Film ganz schön lang vor und das nicht unbedingt im positiven Sinne. Dennoch gab es einige Szenen, die mich überzeugt haben und mir Spaß gemacht haben. Für einen Abend, an dem man nichts anderes vorhat, kann Jackals also durchaus ein wenig Unterhaltung bieten.

Filmtitel: Jackals
Regisseure: Kevin Greutert
Erscheinungsjahr: 2017 (USA)
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
Spieldauer: 85 Minuten

Alle Bilder stammen aus dem Film oder von der DVD. Die Bildrechte besitzt EuroVideo Medien.

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