Europäische Geistergeschichten: Die Insel

Daksa ist die kleinste Insel der Elaphiten-Gruppe in der Nähe von Dubrovnik (Kroatien) und obwohl sie wie ein kleines Paradies wirkt, will niemand auf dieser Insel leben. Die Idylle wird von einer düsteren Historie getrübt, die jeden potenziellen Käufer abschreckt.

Keiner will die Geisterinsel kaufen

2 Millionen Euro soll die kleine Adria-Insel Daksa kosten. Doch bis auf ein paar Fischer verirrt sich selten jemand in die Gegend. Dabei zeugen einige wenige Gebäude davon, dass hier tatsächlich mal Leben geherrscht hat. Ein Franziskanerkloster der Heiligen Sabina wurde 1281 auf der Insel erbaut und zählt zu den ältesten Gebäuden in der Gegend um Dubrovnik. Das Kloster wurde lange als Treffpunkt für Gläubige genutzt. Doch die Ruinen neben dem Kloster, die einst als Glockenturm dienten, zeugen bereits davon, dass das Interesse schwand. Ein weiteres markantes Gebäude auf der Insel ist ein Leuchtturm, der irgendwann im 19. Jahrhundert gebaut wurde. Auch zu diesem Zeitpunkt war die Insel ein durchaus noch beliebter Ort, der sich über verschiedene Besucher freuen konnte.

Mit dem Zweiten Weltkrieg änderte sich jedoch alles: Dubrovnik wurde von deutschen Truppen besetzt. Jugoslawische Partisaner befreiten im Oktober 1944 Dubrovnik und brachten vermeintliche Nazi-Sympathisanten auf die Insel Daksa. Dort wurden über 50 Menschen ohne Gerichtsverhandlung hingerichtet. Unter ihnen war auch der damalige Bürgermeister und einige Geistliche. Ohne adäquate Bestattung wurden Leichen vor Ort ihrem Schicksal überlassen. Einige der Toten, die einfach die Klippen hinuntergeworfen wurden, wurden letztlich sogar bis an den Hafen von Dubrovnik gespült. Ab da an galt ein striktes Verbot, die Insel zu besuchen. Dieses galt bis 1990. Im Jahr 2010 wurden die übrigen Leichen dann endlich beerdigt. 

Die Bewohner von Dubrovnik erzählen sich trotz der Bestattung auch heute noch Spukgeschichten über die Insel. Geister wandeln des Nachts noch immer über die Insel und sinnen auf Rache oder verlangen nach Gerechtigkeit. Denn bis jetzt wurde der Fall nicht aufgerollt.

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