Jasmins Highlight des Jahres 2019

Das Jahr 2019 hatte einige nette Horrorfilme in der Hinterhand. Ob Kino oder DVD, Filmtechnisch war für jeden etwas dabei. Auch der Büchermarkt und die Videospielindustrie hat dieses Jahr manchem Horrorfan etwas Gutes getan. Dennoch stach für mich dieses Jahr etwas ganz besonderes heraus.

Ich gucke in meiner Freizeit sehr viele Horrorfilme, immer auf der Suche nach den Filmen, die in meinem Gehirn Glückshormone freisetzen. Dieses Jahr war es jedoch kein Film, der mich am meisten berauscht hat, sondern eine Serie: Slasher Solstice. Ich habe Slasher seit der ersten Staffel geliebt und alleine die Ankündigung der dritten Staffel hat mich so glücklich gemacht, dass es beinahe einer Sucht gleichkommt. Dennoch hatten die dritte Staffel und ich einen sehr schlechten Start. 

Als Netflix ankündigte, weltweit die dritte Staffel im Mai zugänglich zu machen, aktivierte ich meinen Netflix-Account sehr bereitwillig. (Zur kurzen Info: Mein Netflix-Account ist nicht dauerhaft aktiv, sondern wird nur ein- oder zweimal im Jahr für einen Monat reaktiviert, um alle Wunschserien abzugrasen, die es sonst nirgendwo gibt.) Leider hat mich Netflix dieses mal herbe enttäuscht, denn aus dem weltweiten Release wurde nichts. Die Rechte lagen und liegen in Deutschland noch immer bei 13th Street. Ich muss gestehen, dass ich in der Konsequenz richtig mies gelaunt war, bis ich mich letztlich mit dem Umstand abgefunden hatte, mich eben noch etwas zu gedulden. Insbesondere weil ich keinen Zugang zu 13th Street habe oder besser gesagt hatte. Doch als die Ankündigung kam, dass es an Halloween endlich soweit war, gab es kein Zurück mehr.

Eigentlich dachte ich mittlerweile, dass die Serie mich nur noch enttäuschen konnte. In meinem Kopf hatte sich bereits eine recht negative Erwartungshaltung aufgebaut, dass es der Serie gegenüber schon unfair war. 

Doch bereits nach der erste Sekunde hatte sich dieses Gefühl gelegt. Die Freude darüber, endlich die erste Folge der dritten Staffel zu schauen, war größer als meine Erwartungen. Und was soll ich sagen? Die dritte Staffel hat die vorherigen zwei maßlos getopt. Doch bevor ich hier weiter nur wie ein Schulmädchen schwärme, möchte ich auch schreiben, warum sie mein Highlight des Jahres 2019 ist.

1. Der Druide: Der Druide ist der Killer der dritten Staffel von Slasher. Er hat eine ikonische Maske und ein cooles, aber praktisches Outfit. Knapp gesagt: Der Druide hat das Zeug, eine Ikone wie Ghostface zu werden. Alleine wie viele Personen an Halloween mit dieser Maske rumgerannt sind, spricht eigentlich schon für sich. Doch neben dem markanten Aussehen mag ich seine Art zu töten, die gezielt und überlegt wirkt. Er greift seine Opfer je nach Körpertyp anders an und spielt geschickt seine eigenen Vorteile aus.

2. Die Morde: Die erste Staffel hatte zwei nette Tötungsszenen, während mir von der zweiten Staffel kaum eine in Erinnerung geblieben ist. In der dritten Staffel zeigen sich jedoch nicht nur kreative Tötungsarten, sondern sind sie auch sehr brutal und blutig, ohne dabei in eine lächerliche Art abzudriften. Insbesondere eine Szene hat sich mir in den Kopf gebrannt und hat bei mir seit langem mal wieder ein Gefühl der Anspannung ausgelöst, welches ich in den letzten Jahren in Horrorfilmen vermisst habe. Denn allzu oft werden nur die beiden Extrema bedient: entweder gar nichts richtig zeigen oder es absurd eklig machen. 

3. Die Charaktere: Viele Personen bemängeln in Horrorfilmen und insbesondere in Slasherfilmen die stereotypischen Charaktere. Wenn man die erste Staffel von Slasher sieht, könnte man meinen, dass aufgrund der recht blassen und Klischee-beladenen Charaktere kein Interesse an Tiefgang vorhanden ist. In der zweiten Staffel werden die Charakteren schon deutlich geschickter dargestellt und Staffel 3 erst recht. Gut. “Diversität” hat die Serie vielleicht etwas zu groß geschrieben, denn es wird – gefühlt – versucht, alles Erdenkliche abzudecken. Doch war ich sehr begeistert, dass ein muslimisches Mädchen eine der Hauptfiguren sein durfte. Außerdem entwickeln sich einige der Charaktere tatsächlich und bleiben nicht in ihrem vorgefertigten Rahmen hängen, wodurch Personen, die erst unsympathisch wirkten, doch noch Sympathiepunkte erhielten.  Oder Personen, die sympathisch erschienen, einen erschütternden Makel preisgaben.

4. Die Zeit: Bis auf die Rückblenden spielen alle Szenen der Serie an einem einzigen Tag. Dieser begrenzte Zeitraum verlangt zwar einen sehr sportlichen und organisierten Killer, gibt aber auch gleichzeitig der Serie eine interessante Erzählperspektive: vierundzwanzig Stunden, in denen Opfer, Killer und Polizei in einem Wettlauf mit der Zeit gefesselt sind, welches nur einen Gewinner kennt. 

5. Die Botschaft: Ob wir eine Botschaft in einem Film oder einer Serie sehen, liegt oft bei uns. Manchmal ist sie da, manchmal nicht. Doch Slasher Solstice schreit förmlich: Schau nicht weg! Du musst deine Nachbarn, deine Klassenkameraden oder deine Arbeitskollegen nicht mögen, um ihnen zu helfen. Lass einen Menschen nicht stehen, wenn er deine Hilfe braucht, und nutze nicht das Leid anderer, um dich zu bereichern oder im Internet darüber herzuziehen! Wer kein Bock auf Botschaften in Serien und Filmen hat, kann diese jedoch bei Slasher ohne Probleme einfach ignorieren und sich über die Kills freuen.

Zugegebenermaßen hat die Staffel auch ihre Macken, aber diese sollen hier keine Rolle spielen. Slasher Solstice hat mich rundweg glücklich gemacht und ist damit mein Highlight des Jahres 2019.

Das Titelbild ist ein Ausschnitt vom Cover. Alle Bildrechte liegen bei Netflix.

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