Nach einer wahren Begebenheit: Texas Chainsaw Massacre

Auch im Jahr 2021 möchten wir uns einige Filme genauer anschauen, die behaupten auf wahren Begebenheiten zu beruhen. Heute möchten wir uns daher mit Texas Chainsaw Massacre beschäftigen.

Original und Remake

Das Remake (2013) von Blutgericht in Texas (1974) gibt sich viel Mühe, um den Eindruck zu erwecken, dass der Film tatsächlich auf einem wahren Fall beruht. Polizeiberichte und Dokumentarausschnitte werden hier ganz bewusst eingesetzt, um die eingeblendeten Worte zu Filmbeginn zu unterstreichen. Bereits beim Original wurde behauptet, dass der Fall der hingerichteten Jugendlichen einen wahren Ursprung hätte.

Im Original und im Remake geht es um fünf Jugendliche, die aus unterschiedlichen Beweggründen in der ländlichen Gegend von Texas unterwegs sind. Beide Gruppen stoßen früher oder später auf eine Familie, die sich einen Spaß daraus macht, ahnungslose junge Menschen in die Falle zu locken und zu foltern. Teil dieser Familie ist auch Leatherface, den viele Filmfans vermutlich sofort mit einer Kettensäge in Verbindung bringen und der die Gesichter seiner Opfer als Masken trägt. Sowohl im Original als auch im Remake kommt neben dem Familienhaus auch eine Tankstelle und eine Schlachterei vor. Orientiert sich das Remake einfach nur stark an dem Originalfilm oder bieten diese Überschneidung tatsächlich Hinweise auf ein wahres Ereignis?

Trailer vom Remake

Die Inspiration für Tobe Hooper

Vielleicht! Aber wenn tatsächlich 1973 (oder früher) fünf Jugendliche ein solch grausames Schicksal erleiden mussten, ist dieses tatsächlich nicht bekannt. Der  Regisseur Tobe Hooper hat sich nicht von einem bestimmten Ereignis inspirieren lassen, sondern vielmehr von einem Serienmörder, der bereits Roberts Blochs Psycho maßgeblich beeinflusst hat: Ed Gein.

Edward Theodore Gein (* 27. August 1906 in La Crosse, Wisconsin; † 26. Juli 1984 in Waupun, Wisconsin), alias der Plainfield Ghoul, ermordete am 8. Dezember 1954 Mary Hogan, eine 51-jährige Gastwirtin – sein erstes Opfer, welches ihm offiziell zugeschrieben wird. Eventuell tötete er bereits seinen Bruder einige Jahre zuvor. Wie viele Menschen Opfer von Gein wurden, ist bis heute nicht bekannt. Seine Mordserie endete jedoch mit der 58-jährige Ladenbesitzerin Bernice Worden, die am 16. November 1957 von Ed Gein entführt wurde. Die Polizei fand ihre Leiche einen Tag später im Farmhaus von Gein. Er lebte seit dem Tod seiner Mutter alleine auf dem Grundstück. 

Die Polizisten durchsuchten das ganze Grundstück. Einer der Sheriffs stieß während der Suche im Dunkeln von Geins Schuppen gegen ein von der Decke baumelndes Objekt. Als er die Taschenlampe auf dieses Objekt richtete, entpuppte es sich als die Leiche Wordens. An den Füßen aufgehängt, enthauptet und ausgeweidet wie Jagdwild.

Bei der weiteren Suche fanden sie neben der ausgeweideten Leiche von Bernice Worden Körperteile von mindestens fünfzehn anderen Leichen. Darunter eine Sammlung von Nasen und weiblichen Geschlechtsorganen. Futterschüsseln für seine Haustiere hatte er aus den Schädelkalotten seiner Opfer hergestellt. Auch Polster, Lampenschirme und Kleidungsstücke hatte er aus den menschlichen Überresten gefertigt. Aus den Gesichtern einiger Frauen hatte er Masken gebastelt. 

Einige der Leichenteile stammten nachweislich von einem nahegelegenen Friedhof, den er geplündert hatte. Am Ende gestand Ed Gein jedoch nur zwei Morde und wurde daraufhin in das Central State Hospital eingewiesen. 1984 starb Ed Gein an Lungenkrebs im Sanatorium.

Texas Chainsaw Massacre hat sich daher recht frei von einem echten Mörder inspirieren lassen. Der Film fängt jedoch sehr wohl den Schrecken ein, der damals durch die Medien ging.

Trailer vom Original

Beitragsbild von Rachel Claire von Pexels

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