Scream (Rezension)

Im Jahr 1996 wurde der erste Teil der kommerziell erfolgreichen Horrorfilmreihe Scream von Wes Craven und Kevin Williamson in einem Kino ausgestrahlt. Am 14. Januar 2022 (teils bereits am 13. Januar) startete nun der fünfte Teil der Reihe in den Kinos. Es ist der erste Scream Film nach dem Tod des Regisseurs Wes Craven und auch der erste Film nach der wenig erfolgreichen Scream-Serie. Kann sich der Film trotzdem behaupten?

Die Handlung von Scream 5

Die junge Tara Carpenter (Jenne Ortega) ist alleine zu Hause und schreibt mit ihrer besten Freundin Amber Freeman (Mikey Madison), um sie davon zu überzeugen, doch noch vorbeizukommen. Tara ist genervt, weil ständig eine unbekannte Nummer auf ihrem Haustelefon anruft. Als sie endlich drangeht, begrüßt sie eine sympathische männliche Stimme, die eigentlich mit ihrer Mutter sprechen wollte. Es scheint ein Freund ihrer Mutter zu sein und es entwickelt sich ein Smalltalk, der schließlich in der Frage mündet “Wie lautet dein liebster Horrorfilm?” Zu spät bemerkt Tara, dass sie es mit Ghostface zu tun hat und muss um ihr Überleben spielen und kämpfen.

Einen Tag später erhält Taras großes Schwester Sam Carpenter (Melissa Barrera) einen Anruf von Wes Hicks (Dylan Minnette), dass ihre Schwester brutal von einem Ghostface angegriffen wurde. Sofort macht sich Sam mit ihrem Freund Richi Kirsch (Jack Quaid) auf den Weg in die Kleinstadt Woodsboro, in der vor 25 Jahren die erste Mordserie von Billy Loomis (Skeet Ulrich) und Stuart Maker (Matthew Lillard) gestartet wurde. Sam ist sich sicher, dass der Killer in Wirklichkeit hinter ihr her ist, und sucht sich dahe Hilfe bei Dewey (David Arquette). Mit dessen Hilfe und dem Filmfachwissen der Geschwister Chad Meeks-Martin (Mason Gooding) und Mindy Meeks-Martin (Jasmin Savoy Brown) finden sie bald heraus, dass es sich hier nicht um eine Fortsetzung, sondern um eine sogenanntes Requel (Mix aus Reboot und Sequel) handelt. Alle Protagonisten, die sich Ghostface ausgesucht hat, haben einen Bezug zum allerersten Teil der Reihe. 

Scream 5 Trailer

Seitenstiche und besessene Fans

Scream mag neben anderen Slasherfilmen harmlos wirken, jedoch waren die Morde von Ghostface in keinem Teil so intensiv wie nun im fünften. Hatte man in vorangegangenen Teilen noch den Killer innerlich angefeuert, die teils naiven und nervigen Charaktere endlich über die Klinge springen zu lassen, tun die Morde im fünften Film teils innerlich weh. Schnell entwickelt sich Mitleid mit den Charakteren und ihrer Situation. Insbesondere, weil einige Charaktere gar nicht unüberlegt handeln oder deren emotionale Bindung zu anderen Personen schamlos ausgenutzt wird.

Seine Kritik an den Requels wirft Scream dieses Mal nicht nur ins Horrorgenre, sondern nimmt sich auch andere Größen wie Star Wars oder Matrix zur Brust. Dabei sticht er nicht nur gegen die Filmmacher, sondern auch speziell gegen die manchmal zu obsessiven Fans. Bei kreativen Neuausrichtungen – vor allem wenn es den Lieblingsfilm (oder Filmreihe) betrifft – geben Fans neuen Projekten meist kaum eine Chance. Die Kindheit sei zerstört oder die Filmemacher würden auf die Gefühle der Fans sch*****. 

Der Weg des Requels tut Scream jedoch sehr gut, denn das erste Mal steht nicht Sidney Prescott (Neve Campbell) im Mittelpunkt des Geschehens, sondern Sam übernimmt die Rolle der Protagonistin. Sam entspricht dabei ganz dem Zeitgeist. Während Sidney als klassische Mädchen von Nebenan startete und sich zu einer starken Frau entwickelte, startet Sam direkt als taffer, selbstbestimmter Charakter. 

Fans der Reihe finden außerdem an jeder Ecke kleine Überraschungen und visuelle Hinweise, die einen erfreuen. Zeitgleich schafft es der Film erfolgreich im Jahr 2022 anzukommen, ohne zu viel auf der Nostalgiedrüse herumzudrücken. 

Fazit zu Scream

Hätte Wes Craven den Film gemacht, wäre er vermutlich fast genau so, wie er jetzt auch ist. Denn es steckt sehr viel Liebe zum Detail im fünften Scream-Film. Es mag nicht das Original sein, aber es ist ein Scream-Film, so wie er sein sollte und vielleicht sogar ein wenig mehr. Fans der Reihe werden somit sehr gut unterhalten und Personen, die schon dem ersten Teil nicht viel abgewinnen konnten, werden es auch dieses Mal nicht. Für mich persönlich seit langem ein Horrorfilm, für den es sich gelohnt hat, ins Kino zu gehen. 

Filmtitel: Scream (AT: Scream 5)
Regisseure: Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett
Erscheinungsjahr: 2022 
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Spieldauer: 114 Minuten 

Das Beitragsbild ist ein Ausschnitt des Filmmaterials. Alle Bildrechte liegen bei Paramount Pictures.

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